Wirtschaftsinstitute: Pandemie und Lieferengpässe bremsen Wirtschaft bis 2022

Führende Wirtschaftsforschende stutzen ihre Frühjahrsprognose. Kommendes Jahr soll sich die Lage aber normalisieren.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 6 Beiträge

Reales Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, saison- und kalenderbereinigter Verlauf.

(Bild: GD Herbst 2021)

Von
  • Andreas Wilkens

"Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen", lautet die gute Nachricht in einer gemeinsamen Prognose deutscher Wirtschaftsinstitute. Allerdings haben sie erst einmal ihre Prognose für dieses Jahr vom Frühjahr gestutzt. Anstatt von einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,7 Prozent gehen sie nun von 2,4 Prozent aus. 2022 soll das Wachstum dann auf 4,8 Prozent zulegen. 2020 schrumpfte das BIP gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent.

Die Gemeinschaftsdiagnose der Institute wird zweimal im Jahr erstellt, im Frühjahr sowie im Herbst – und zwar vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dem ifo-Institut, dem Institut für Weltwirtschaft, dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Essen.

"Nachdem neue Infektionswellen die Erholung im Winterhalbjahr 2020/2021 verzögert hatten, steigt das Bruttoinlandsprodukt seit dem Abebben des Infektionsgeschehens im Frühjahr deutlich", heißt es in der gemeinsamen Prognose (PDF). Im Verarbeitenden Gewerbe behinderten aber Lieferengpässe bei Vorprodukten die Produktion, sodass nur die konsumnahen Dienstleistungsbranchen zulegten.

Nach Wirtschaftsbereichen aufgeschlüsselt ergibt sich ein Wachstum des BIP im Sektor Information und Kommunikation von 4,3 Prozent für 2021, in den Folgejahren von 3,7 und 2,9 Prozent. Insbesondere das Baugewerbe und Finanzdienstleister und Versicherungen hatten 2021 einen Einbruch erlebt, während öffentliche Dienstleister voraussichtlich ähnlich wie die IT-Branche mit gutem Wachstum durch die diesjährige Krise kommen wird.

Im Winterhalbjahr 2021/2022 dürfte die Erholung weiterhin gebremst werden, heißt es weiter. In der kalten Jahreszeit dürften die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei geringem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben wird. Lieferengpässe dürften die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe vorerst weiter belasten. 2022 sollten die Beeinträchtigungen durch Pandemie und Lieferengpässe allmählich überwunden sein. Die Arbeitslosenquote werde von 5,9 Prozent im Jahr 2020 über 5,7 in diesem Jahr auf 5,3 Prozent 2022 abnehmen, heißt es in der Prognose.

(anw)