Wirtschaftsnobelpreis für neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt

Mit ihren Theorien und Methoden haben David Card, Josua Angrist und Guido Imbens wichtige Erkenntnisse über Zusammenhänge auf dem Arbeitsmarkt erbracht.

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David Card (l.), Josua Angrist und Guido Imbens.

(Bild: Nobel Media)

Von
  • Andreas Wilkens

Drei Wirtschaftswissenschaftler, die zum Arbeitsmarkt forschen, bekommen den diesjährigen Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften, landläufig Wirtschaftsnobelpreis genannt. Der Kanadier David Card von der Universität von Kalifornien in Berkeley bekommt die eine Hälfte des Preises für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsökonomie. Die andere Hälfte geht an den US-Amerikaner Joshua Angrist vom MIT in Cambridge und den gebürtigen Niederländer Guido Imbens, der an der Stanford University tätig ist. Sie bekommen je ein Viertel der umgerechnet knapp 990.000 Euro für ihre methodischen Beiträge zur Analyse kausaler Zusammenhänge.

Card hat mit natürlichen Experimenten Auswirkungen von Mindestlöhnen, Einwanderung und Bildung auf den Arbeitsmarkt analysiert. Seine Studien aus den frühen 1990er Jahren hätten zu neuen Analysen und zusätzlichen Erkenntnissen geführt, schreibt die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. Card habe unter anderem gezeigt, dass ein höherer Mindestlohn nicht unbedingt zu weniger Arbeitsplätzen führt. Auch habe er die Erkenntnis zutage gefördert, dass Bildungsressourcen für den zukünftigen Arbeitsmarkterfolg der Schüler viel wichtiger sind als bisher angenommen.

Allerdings sind Daten aus einem natürlichen Experiment schwer interpretierbar, da es beispielsweise keine Kontrollgruppe gibt. So könnte eine um ein Jahr verlängerte Schulpflicht für eine Gruppe von Schülern nicht alle gleichermaßen betreffen. Mitte der 1990er Jahre lösten Joshua Angrist und Guido Imbens dieses methodische Problem und demonstrierten, wie genaue Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aus natürlichen Experimenten gezogen werden können.

Der Wirtschaftswissenschaftliche Preis der Sveriges Riksbank wurde 1968 zum 300-jährigen Bestehen der Riksbank ins Leben gerufen und 1969 erstmals verliehen. Ernannt werden die Preisträger von der Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften nach den gleichen Grundsätzen wie für die Nobelpreise. Voriges Jahr ging der Preis an Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson. Die beiden US-Ökonomen wurden für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt.

Nobelpreise 2021

(anw)