WordPress 5.9 mit Block-Themes und besserem Lazy Loading

Das WordPress-Update bringt nicht nur weitere Themes, sondern bewegt sich mit der Einführung von "Block-Themes" weiter in Richtung Full-Site-Editing.

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(Bild: David MG / Shutterstock.com)

Von
  • Vladimir Simović

WordPress bringt mit seinem Update auf Version 5.9 nicht nur weitere Themes, sondern auch "Block-Themes", die Full-Site-Editing ermöglichen und legt damit einen Grundstein für neue Möglichkeiten. Neben einer Erweiterung des Funktionsumfangs im Gutenberg-Editor und einer Performance-Optimierung gibt es auch neue Hooks – mit denen Entwickler sich an bestimmten Stellen im Code einhaken und diesen ausführen können – und Queries für das Editieren von Datenbanken.

WordPress bleibt seiner Tradition treu: Auch diesmal gibt es ein neues Standard-Theme, welches nach dem neuen Jahr benannt wird. Das Block-Theme "Twenty Twenty-Two" erlaubt erstmals das Full-Site-Editing – die Block-Themes liefern im Grunde eine Art Gerüst, das übrige Design soll dann der Nutzer mithilfe der Gutenberg-Blöcke realisieren.

Mittlerweile ist die Block-Funktionalität des Gutenberg-Editors so weit vorangeschritten, dass die Nutzer mit der neuen WordPress-Version nicht nur verschiedene Inhalte wie Texte, Bilder oder Galerien einfügen können. Es ist auch möglich, auf alle Seitenelemente wie etwa den Header-Bereich mit Navigationsmenüs und Seitenlogo oder auf den Footer-Bereich zuzugreifen – auch die Seiten-Templates können so gestaltet werden. Die Resonanz in der Community ist diesbezüglich gespalten: Während die eine Gruppe sich auf die neuen Möglichkeiten freut, fürchtet die andere Gruppe die Probleme, die beim Full-Site-Editing durch unerfahrene Nutzer entstehen könnten.

Twenty Twenty-Two bringt auch ein Dutzend neuer Themenblöcke zum Laden dynamischer Inhalte. Dadurch entfallen die herkömmlichen Design-Möglichkeiten wie Customizer, Widgets, Menüs und so weiter. Alle Bereiche werden durch Templates gesteuert oder angepasst. Für Nutzer klassischer Themes ändert sich mit dem Update in diesem Bereich nichts. Die Änderungen greifen nur bei Nutzung eines Block-Themes.

WordPress 5.9 verspricht eine Performance-Optimierung, insbesondere durch verbessertes Lazy Loading. Seit der Version 5.5 ist Lazy Loading Bestandteil von WordPress. Bei dieser Technik werden die Bilder und iFrames auf einer Webseite verzögert geladen: erst dann, wenn sie in den sichtbaren Bereich des Bildschirmes rücken. Durch die Implementierung dieser Technik hat sich die Performance von WordPress im Frontend-Bereich massiv verbessert.

An sich ist dieses verzögerte Laden eine sinnvolle Funktion, gerade bei Geräten mit kleineren Bildschirmen wird damit das unnötige Herunterladen von Komponenten verhindert. Allerdings verursacht genau dieses Ladeverhalten in bestimmten Szenarien Probleme. Zum Beispiel bei einer Übergangsseite oder einem One-Pager, der aus mehreren Bildern besteht. Hier wäre es sinnvoll, dass alle Grafiken gleichzeitig laden, weil Ladenverzögerungen beim Aufbau des One-Pagers irritieren.

Doch es gibt auch andere Auswirkungen: Die Standardeinstellung, alle Bilder mit Verzögerung zu laden, führte zu einer schlechteren Leistung bei der LCP-Metrik (Largest Contentful Paint). Diese definiert Google als "die Renderzeit des größten im Viewport sichtbaren Bildes oder Textblocks, relativ zum ersten Ladevorgang der Seite".

Das Problem des verzögerten LCP wird in WordPress 5.9 durch einen Fix behoben. Dieser Fix verhindert, dass Bilder oberhalb des sichtbaren Bereiches verzögert geladen werden. Dazu bekommt das erste Bild im Inhalt kein loading="lazy". Zwar ist dieser Fix momentan nur ein Rundumschlag, aber bei einem Test an 50 populären Themes gab es massive Verbesserungen der Performance, teilweise bis zu 30 %. Durch die Einführung von Lazy Loading und durch die Unterstützung des Grafik-Formats WebP hat WordPress in den allermeisten Fällen die Ladezeit stark verbessert. Die jetzige Neuerung wird noch einmal einen Performance-Schub bringen.

WordPress 5.9 bringt neue Blöcke für den Gutenberg-Editor und Verbesserungen an schon bestehenden Blöcken. Besonders hervorzuheben ist dabei der Navigationsblock, der nun sehr flexibel gestaltet werden kann. Er dürfte eher im Rahmen der neuen Block-Themes eingesetzt werden.

Für alle Nutzer interessant ist die Erweiterung des Galerie-Blocks. Hier werden einzelne Bilder innerhalb der Galerie jetzt gleichwertig mit einzeln eingefügten Bildern behandelt. Das bedeutet, dass Nutzer Galerien sehr individuell gestalten können und dass sich die Bilder innerhalb einer Galerie auch unterschiedlich „verhalten“ können. Bis jetzt war es immer nur möglich Angaben zu machen, die dann für alle Bilder galten.

WordPress 5.9 bringt zudem neue Hooks, Funktionen und einen Sprachswitch beim Login-Bildschirm. Zudem können Capability Queries dazu verwendet werden, Benutzer mit bestimmten Rechten zu finden – etwa beim Herausfiltern von Nutzern, die in der Lagen sind, bestimmte Beitragstypen zu bearbeiten. Wie immer gibt es eine komplette Liste der Neuerungen bei wordpress.org.

Siehe auch:

  • WordPress: Download schnell und sicher von heise.de

(gref)