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c't Fotografie

Workshop: Licht im Fokus

Kontrast und Farbe

Inhaltsverzeichnis

Extremsituation: Trotz der maximalen Kontrastreduktion reicht der Tonwertumfang der Canon EOS 300D nicht aus, es entsteht gleichwohl ein interessantes Bild mit grafisch übersteigertem Kontrast.

Unser Auge ist in der Lage, unter sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen etwas zu sehen: in einer sternklaren Nacht, unter der Mittagssonne am Äquator, im rötlichen Schein einer Kerze, im bläulichen Licht des Himmels, im Schatten eines Hauses oder eines Felsens. Auch die Kontraste, die es verarbeiten kann, sind enorm – von kleinen Unterschieden wie den auf Papier gedruckten Bildern (etwa 1:32 [das Papierweiß ist 32-mal so hell wie die Druckerschwärze, entspricht fünf Blendenstufen]) über typische Portraitaufnahmen (1:100), Landschaften (1:30 bis 1:1000) bis hin zu Sonnenflecken in einer Waldlichtung oder Glitzern auf einer Wasseroberfläche (1:10 000 oder mehr).

Fotografisches Material – ob Film oder Digitalsensor – erweist sich da als wesentlich eingeschränkter. Diafilme haben einen Dynamikumfang von etwa sechs Blendenstufen (1:64), Farbnegativ- und High-End-Digitalkameras bis zu elf Blendenstufen (1:2048), bei der EOS 20D von Canon immerhin um die acht Blendenstufen (256), sie kann aber im 12 Bit breiten RAW-Format einen Werteraum von 1:4096 intern verarbeiten. Das ist viel mehr, als Papierfotos oder Monitore wiedergeben können.

Um den manchmal bescheidenen oder auch sehr großen Tonwertumfang des Motivs im Zielfarbraum wirkungsvoll darzustellen, muss dieser gestreckt oder (häufiger) komprimiert werden. Doch dürfen in einem Bild Glanzlichter oder tiefe Schatten auch einmal ohne Zeichnung erscheinen (ganz weiß oder schwarz), um eine überzeugende Bildwirkung hervorzurufen.