Woven City: Toyota gibt Startschuss für vernetzte Stadt

Eine Stadt, in der Menschen mithilfe innovativer Technik im friedlichen sozialen Miteinander leben können, klingt nach Science Fiction, Toyota setzt es nun um.

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(Bild: Toyota (Screenshot))

Von
  • Oliver Bünte

Toyota und die eigens gegründete Holding Woven Planet haben am Dienstag gemeinsam den ersten Spatenstich für die vernetzte Stadt Woven City (Die verwobene Stadt) in Japan auf dem Fahrzeughof des ehemaligen Higashi-Fuji-Werks von Toyota gesetzt.

Wie Toyota mitteilte, wurde der Baubeginn mit einer aufwendigen Zeremonie eingeleitet. Bereits auf der CES 2020 hatte Toyota das Projekt einer Stadt mit komplett vernetzter Infrastruktur als "lebendiges Labor“ vorgestellt. In der Nähe des Berges Fuji soll mit Woven City eine Stadt entstehen, in der Menschen zusammen mit zukünftigen Technologien leben und sie weiterentwickeln. Dazu werden die Gebäude und Fahrzeuge komplett miteinander vernetzt. Sie sollen Daten über Sensoren erfassen und miteinander austauschen. Dabei liegen die Schwerpunkte auf der Erforschung von Smart City, Smart Home, Robotik, Künstlicher Intelligenz und autonomen Fahren. Die Techniken sollen im realen Raum erprobt werden. Die Energie für das Stadtprojekt soll C02-neutral aus Wasserstoff-Brennstoffzellen gewonnen werden.

Toyota-Präsident Akio Toyoda bezeichnete Woven City bei Baubeginn erneut als "lebendiges Labor", das "sich ständig weiterentwickelt". Zusammen mit den Projektpartnern wolle man sich der Herausforderung stellen, "eine Zukunft zu schaffen, in der Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund glücklich leben können".

Der Entwurf für Woven City stammt aus der Feder des dänischen Architekturbüros Bjarke Ingels Group (BIG), das unter anderem das Google-Hauptquartier in Mountain View entwickelt hat. Das Mobilitätskonzept von Woven City sieht drei Arten von Verkehrswegen vor, um den Verkehr voneinander zu entkoppeln und für mehr Sicherheit zu sorgen: einen Weg für Fußgänger, einen Fahrbereich für Fußgänger mit Fahrzeugen persönlicher Mobilität sowie eine Straße, die selbstfahrenden Fahrzeugen vorbehalten ist.

Güter sollen auf der oberirdischen Verkehrsebene aber nicht transportiert werden. Der gesamte Güterverkehr soll unterirdisch erfolgen, ähnlich wie es auch das Konzept des Doppel-Helix-förmigen Hauptquartiers von Amazon im US-amerikanischen Arlington vorsieht.

Zunächst sollen 360 Einwohner angesiedelt werden. Neben "Erfindern" sollen hauptsächlich ältere Menschen sowie Familien mit Kindern den Grundstock der Gemeinde bilden. Später soll Woven City auf rund 2000 Menschen anwachsen, darunter Wissenschaftler, Toyota-Mitarbeiter und ihre Familien. Die Infrastruktur zielt darauf ab, ein Umfeld zu schaffen, in dem rechtzeitig innovative Systemlösungen erstellt werden, um soziale Probleme zu lösen, heißt es von Toyota zu dem Projekt.

(olb)