Xbox-Spiele für iOS: Microsoft setzt auf den Browser

Um Apple keine Provision zahlen zu müssen, geht Microsoft für seinen Spieledienst Umwege.

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Xbox-Controller in Aktion.

(Bild: dpa, Andy Rain/Archiv)

Von
  • Ben Schwan

Microsoft hat nicht vor, für seinen Spieledienst Apple die übliche App-Store-Provision zu bezahlen. Dies machte Phil Spencer, Vizepräsident für Gaming bei dem Konzern, in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem amerikanischen IT-Blog The Verge klar. Er verstehe Apples Perspektive aus ihrer Position. "Ich kann allerdings nicht sagen, dass ich damit übereinstimme, aber sie haben mit Apple Arcade ein Konkurrenzprodukt zum Xbox Game Pass."

Apple wolle wohl, "der einzige Spiele-Content-Abodienst auf ihrem Telefon" sein. Doch Microsoft wolle auf alle Geräte und sei deshalb "für offenen Zugriff auf Dienste, die die Kunden wollen". Microsofts Lösung für das Problem ist der Browser. "Wir haben diesen Weg, der für uns funktioniert und wir werden ihn ausbauen." So bekomme der Xbox Game Pass "Zugriff auf viele Geräte". Es reiche aus, wenn ein Gerät einen "fähigen Web-Browser" laufen lassen könne – und das ist bekanntlich mit Apples Safari der Fall, wo künftig sogar aktuelle Game Controller unterstützt werden sollen.

Microsoft müsste 30 Prozent der Einnahmen im App Store an Apple abgeben, sollte der reguläre Weg verwendet werden. Apple hatte zwar kürzlich die Provision für bestimmte Entwickler halbiert – Microsoft dürfte dies aber kaum treffen. Die Maximalsumme, die umgesetzt werden darf, liegt bei einer Million US-Dollar ohne Provision. Microsoft strebt deutlich mehr an.

Zur Frage, wie der Softwareriese selbst mit dem Thema Provisionen von Entwicklern umgeht, äußerte sich Spencer gegenüber The Verge ebenfalls. Tatsächlich verlangt das Unternehmen zur Verbreitung von Software ebenfalls ähnliche Gebührensätze wie Apple oder Google. Zur Erklärung sagte Spencer, die Plattformen seien schlicht unterschiedlich groß und die Geschäftsmodelle unterschiedlich.

So verkaufe man von einer Spielekonsole über ihre Lebensdauer vielleicht 200 Millionen Stück – weniger, als im Jahr an Smartphones abgesetzt wird. Zudem verkaufe Microsoft die Geräte "mit Verlust", weshalb man das Gerld über Inhalte und Dienste wieder hereinholen müsse. Das Modell sei "sehr, sehr anders" als Windows, iOS oder Android.

(bsc)