Xbox-Transparenzbericht: Microsoft sperrt mehr Accounts

Microsoft hat erstmals einen Transparenzbericht für seine Xbox-Plattform veröffentlicht. Er zeigt, wie mit Spielern umgegangen wird, die gegen Regeln verstoßen.

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(Bild: Shutterstock.com/Alex Van Aken)

Microsoft ergreift immer mehr Maßnahmen gegen Störenfriede auf der Xbox-Plattform, bevor sie von anderen Spielerinnen und Spielern gemeldet werden. Das ist eine der Erkenntnisse des Xbox-Transparenzberichts, den Microsoft nun erstmals veröffentlicht hat.

Der Transparenzbericht soll künftig alle sechs Monate veröffentlicht werden. Er soll laut Microsoft dazu beitragen, die Xbox-Plattform zu einem "sicheren, positiven und inklusiven" Ort zu machen. In erster Linie umfasst er Statistiken darüber, wie mit Personen umgegangen wird, die gegen die Plattformrichtlinien verstoßen.

Dabei zeichnen sich schon im ersten Report, der rückblickend die Zeit ab Juli 2020 betrachtet, einige Trends ab. So hat Microsoft zuletzt sein proaktives Vorgehen gegen Accounts verschärft, die gegen die Xbox-Richtlinien verstoßen. Von Juli bis Dezember 2020 ergriff Microsoft noch 400.000 proaktive Maßnahmen gegen solche Accounts, im Zeitraum von Januar bis Juni 2022 waren es knapp 4,8 Millionen Maßnahmen.

"Proaktive" Maßnahmen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Microsoft gegen Accounts vorgeht, bevor sie von anderern Spielerinnen und Spielern auf der Plattform gemeldet werden. Es handelt sich also um Früherkennungsschritte, die Microsoft mithilfe von Automatisierung unternimmt. Dazu im Gegensatz definiert Microsoft reaktive Maßnahmen, die erst nach Reports von anderen Usern ergriffen werden.

Die mit Abstand meisten proaktiven Maßnahmen hat Microsoft gegen Cheater und Fake-Accounts eingeleitet. Phisher und Raubkopierer werden laut Transparenzbericht sogar zu 100 Prozent von Microsofts proaktivem Vorgehen abgefangen. Bei den Maßnahmen kann es sich beispielsweise um permanente Banne handeln, aber auch kürzere Sperren von drei, sieben oder 14 Tagen sind laut Microsoft möglich. In vielen Fällen werden zusätzlich gegen Richtlinien verstoßende Inhalte gelöscht – beispielsweise bei Fotos mit sexuellem Inhalt.

Auf Nutzerberichte verlässt sich Microsoft dagegen vor allem bei Vergehen, die typischerweise in den Spielelobbys auftreten: Berichte über Trollerei, Beleidigungen und unsportliches Verhalten in Mehrspielerpartien enden demnach millionenfach bei Microsofts Moderationsteams. Doch die Zahl der Nutzer-Reports sank in den vergangenen Jahren insgesamt, während Microsoft sein Früherkennungssystem ausgebaut hat.

Microsofts erster Xbox-Transparenzbericht kann über den Link in englischer Sprache heruntergeladen werden. Er bildet ab, wie wichtig Moderation für Gaming-Plattformen geworden ist: Cheater und Pöbler können den Spielspaß anderer massiv beeinträchtigen und komplette Gaming-Ökosysteme in einen sittlichen Abwärtsstrudel reißen. Spiele wie "Call of Duty" und "League of Legends" sind berüchtigt für ihren rauen, teilweise hasserfüllten Umgangston, der vor allem Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger abschreckt. Entwicklerstudios versuchen verstärkt, diesem Problem mit automatisierten Werkzeugen entgegenzutreten.

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