Epic vs. Apple: Xbox unprofitabel? Apple glaubt Microsoft nicht

Im Prozess Epic Games vs. Apple haben die Anwälte von Apple Aussagen einer Microsoft-Managerin in Zweifel gezogen. Es geht ums Xbox-Geschäftsmodell.

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Zocken mit Xbox.

(Bild: Lenscap Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple möchte Angaben von Microsoft, laut denen der Verkauf von Xbox-Geräten für das Unternehmen grundsätzlich mit Verlusten behaftet ist, aus dem offiziellen Protokoll im App-Store-Prozess zwischen dem iPhone-Konzern und Epic Games streichen lassen. Das geht aus einem Antrag hervor, den Apples Phalanx an Anwälten beim zuständigen United States District Court for the Northern District of California gestellt haben.

Darin heißt es, Lori Wright, der aussagenden Microsoft-Vizepräsidentin für die Xbox-Geschäftsentwicklung, fehle es an "Glaubwürdigkeit". Die Zeugenaussage sei erfolgt, "ohne dass [Wright] diese mit einer Gewinn- und Verlustaufstellung belegt" habe. Microsoft hatte hierzu keine Daten geliefert und scheint dazu auch nicht willig zu sein.

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Wright war Zeugin für Apples Prozessgegner Epic Games. Der Spieleriese hatte behauptet, dass Microsoft mit der Xbox keinen Gewinn mache, weshalb die von dem Softwarekonzern verlangten 30 Prozent Provision für den digitalen Spielevertrieb in Ordnung gingen. Apples iPhone sei hingegen hoch profitabel und spült Apple Milliarden in die Kassen. Microsoft nehme grundsätzlich keinen Profit mit dem Verkauf seiner Xbox-Konsole ein, sagte Lori Wright, am Mittwoch vor dem kalifornischen Gericht. Stattdessen sei man unter anderem darauf angewiesen, beim Verkauf von Spielen auf der Plattform besagte 30 Prozent vom Erlös einzubehalten. Apple hatte schon zuvor versucht, Wrights Aussagen streichen zu lassen – auch im April ging es darum, dass von Microsoft "ausreichende Dokumente" fehlten.

Apples hohe App-Store-Abgabe ist ein zentraler Streitpunkt in dem Verfahren. Apple nimmt sie beim Verkauf von Apps und digitaler Inhalte auf dem iPhone. Epic will dagegen einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben und bei digitalen Verkäufen keine Abgabe an Apple zahlen. Der Prozess könnte das hochprofitable Apple-App-Geschäft daher umkrempeln.

Im Rahmen des Prozesses kam unterdessen auch heraus, dass Microsoft versucht hatte, für sein Office-Paket Apples Provision ganz zu umgehen. Internen E-Mails zwischen dem Konzern und Apples Management zufolge wollte der Softwareriese den Abo-Abschluss für Office auf dem iPad bereits 2012 auf seinen eigenen Bezahlprozess umleiten. Apples Reaktion damals: "Wir führen den Store, wir sammeln das Geld ein", so Ex-Marketingboss und späterer App-Store-Chef Phil Schiller. (bsc)