Xcient Fuel Cell: Hyundai schickt erste schwere Brennstoffzellen-Lkw nach Europa

Der südkoreanische Autohersteller will in der Schweiz Brennstoffzellen-Lkw vermieten. Die ersten Fahrzeuge sind nun auf dem Weg in die Alpen.

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Brennstoffzellen-Lkw im Hafen von Gwangyang.

(Bild: Hyundai)

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Hyundai hat die ersten zehn Exemplare seines schweren Brennstoffzellen-Lkw Xcient Fuel Cell von Südkorea nach Europa verschifft. Sie sollen wie die weiteren, bis 2025 geplanten 1590 Fahrzeuge dieses Modells vom Joint Venture Hyundai Hydrogen Mobility Transport- und Logistikunternehmen nach dem Prinzip Pay per Use überlassen werden. Das bedeutet, die Kunden können die Fahrzeuge ohne Startfinanzierung einsetzen. Der kommerzielle Einsatz der ersten Fahrzeuge soll im September 2020 beginnen.

Der Xcient Fuel Cell ist das laut Hyundai weltweit erste in Serie produzierte schwere Nutzfahrzeug mit Brennstoffzellen-Elektroantrieb. Der knapp 10 Meter lange Lkw fährt mit Höchsttempo 85 km/h und hat ein 190-kW-Brennstoffzellen-System. Sieben Tanks bieten eine Speicherkapazität von insgesamt 32,09 kg Wasserstoff, eine Tankfüllung soll für rund 400 km reichen. Das Betanken soll 8 bis 20 Minuten dauern.

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Für das Tankstellennetz kooperiert Hyundai mit dem Wasserstoff-Spezialisten Hydrospider. Geplant sei, das bestehende Netz um Tankmöglichkeiten für Wasserstoff zu ergänzen. "Der Zugang zu einem flächendeckenden Tankstellennetz wird die Bedenken der Kunden bezüglich Reichweite mindern und sie dazu bewegen, diese umweltfreundliche Alternative beim Kaufentscheid zu berücksichtigen", erklärt Hyundai. Bisher betreibt Hydrospider nach eigenen Angaben eine Wasserstofftankstelle in Hunzenschwil, sechs weitere sind in Planung.

Hyundai entwickelt nach eigenen Angaben derzeit ein Zugfahrzeug mit einer Reichweite von 1000 km pro Tankfüllung für den Fernschwerverkehr. "Der Einsatz ist für die globalen Märkte vorgesehen, inklusive Nordamerika und Europa", erläutert Hyundai. Hyundai Hydrogen Mobility ist ein 2019 gegründetes Joint Venture mit dem Schweizer Unternehmen H2 Energy, das wiederum zusammen mit Alpiq an Hydrospider beteiligt ist.

Hyundais Wasserstoffkonzept für die Schweiz.

(Bild: Hyundai)

Um die CO2-Emissionen zu reduzieren, fahren sämtliche Nutzfahrzeuge ausschließlich mit Wasserstoff, der zu 100 Prozent aus Wasserkraft oder anderen erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Die Schweiz habe weltweit mit den größten Anteil Wasserkraft an der Energiegewinnung. Ein weiteres Argument, um Brennstoffzellen-Lkw in der Schweiz reizvoll zu machen, liege im Wegfall der Lastwagen-Schwerverkehrsabgabe für emissionsfreie Nutzfahrzeuge. Dadurch lägen die Kilometerkosten des Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugs nahezu bei denjenigen eines vergleichbaren Diesel-Nutzfahrzeugs. Nach der Einführung dieser Geschäftsidee in der Schweiz plant Hyundai, sie auch in anderen europäischen Ländern umzusetzen.

(anw)