Xiaomi meldet Elektrofahrzeug-Geschäft an

Xiaomi macht Ernst mit dem Einstieg in die Entwicklung und Produktion von Elektroautos. Für die nun registrierte Sparte sucht Xiaomi weitere "Talente".

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(Bild: heise online/vbr)

Von
  • Oliver Bünte

Der derzeit zweitgrößte chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi hat die offizielle Anmeldung seiner neuen Elektroauto-Sparte abgeschlossen. Die neue Sparte soll unter dem Namen Xiaomi EV Corp Inc firmieren, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Als Startkapital gibt Xiaomi 10 Milliarden Yuan, etwa 1,31 Milliarden Euro, an. Als gesetzlicher Vertreter wird Xiaomi-Chef Lei Jun die Geschicke des Unternehmens leiten.

Wie Xiaomi in einem Blog-Beitrag mitteilte, habe das Unternehmen seit der Ankündigung des Einstiegs in das Geschäft mit Elektroautos Ende März etwa 300 Mitarbeiter eingestellt. Derzeit sucht das neue Unternehmen weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Unklar ist derzeit noch, wie Xiaomis Strategie aussehen wird, um auf dem Automobilsektor Fuß zu fassen. Auch über geplante Fahrzeugtypen ist nichts konkretes bekannt. Xiaomi scheint aber einen Schwerpunkt auf autonomes Fahren legen zu wollen. Denn das Unternehmen beabsichtigt das Start-up für selbstfahrende Technik Deepmotion für rund 77 Millionen US-Dollar, etwa 65,1 Millionen Euro, zu übernehmen.

Offenbar befindet sich Xiaomi ohnehin noch in einer Findungsphase. So hätten in einem Zeitraum von fünf Monaten bis Ende Juli rund 2000 Befragungen stattgefunden, um potenzielle Kundenwünsche zu eruieren. Dabei habe man auch die Lieferketten inspiziert und mit möglichen Partnern aus der Industrie gesprochen. Nach Angaben von Reuters habe Xiaomi auch Kontakt zu mehreren Autoherstellern aufgenommen, mit denen das Unternehmen zusammenarbeiten könnte. Konkret sei jedoch noch nichts.

Xiaomi hatte Ende März bekannt gegeben, in das Geschäft mit Elektroautos einsteigen zu wollen. Lei sagte damals, dieser Vorstoß sein "letztes großes Projekt" sein würde. Dafür will Xiaomi auch in die Tasche greifen. Innerhalb von zehn Jahren sollen etwa 10 Milliarden Dollar dafür zur Verfügung stehen. Momentan dürfte die Kasse für dieses Vorhaben auch gut gefüllt sein. Denn mit der Schwäche des chinesischen Smartphone-Herstellers und Telekommunikationsausrüsters Huawei durch die Sanktionen der USA, die sich auf das Smartphone- und Telekommunikationsgeschäft auswirken, hat Xiaomi seine Position als Smartphone-Hersteller deutlich ausbauen können. Xiaomi, das neben mobilen Endgeräten auch weitere Elektronik-Produkte unter anderem Elektro-Tretroller herstellt, hat im zweiten Geschäftsquartal seinen Umsatz um 64 Prozent und seinen Nettogewinn um 87,4 Prozent gesteigert.

(olb)