YouTube, Deezer, Spotify: Von Bad Bunnies, Männerwelten und Corona-Erklärungen

MaiLab und Männerwelten, Lieder vom letzten Jahr und Katzen als Tempo: Musik- und Videoplattformen veröffentlichen ihre Jahrescharts.

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(Bild: Screenshot MaiLab bei YouTube)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Schnell bevor Mariah Carey und Wham ihre jährlichen Rekorde brechen, haben Musik- und Videoplattformen die meistgehörten und gesehenen Inhalte für das Jahr 2020 veröffentlicht. Es gibt Überraschungen, wenig überraschende Sieger und für viele Leser sicherlich auch unbekannte Abräumer.

Auf YouTube ist das in Deutschland am häufigsten gesehen Video von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. In "Corona geht gerade erst los" beschäftigt sich die Wissenschaftsjournalistin mit der Dauer, die das Virus wahrscheinlich wütet. Dahinter landet "Männerwelten – Belästigung von Frauen", das aus den 15 Minuten gewonnener Sendezeit bei ProSieben von Joko und Klaas entstanden ist. YouTuberin "Bibi zeigt ihr Haus" wurde am dritthäufigsten gesehen. Rezos "Zerstörung der Presse" steht auf Platz vier. "Dieses Ranking zeigt, dass wir in Deutschland aktuell einen hohen Informationsbedarf haben und dabei Menschen wie Mai Thi Nguyen-Kim ein großes Publikum ansprechen, weil sie wissenschaftliche Fakten unverkopft, nahbar und für jeden verständlich erklären", sagt Andreas Brise, Managing Director YouTube Germany und Central Europa.

Bei der Vorstellung der Sieger darauf angesprochen, wie Mai Thi Nguyen-Kim zu den immer wieder auftretenden Vorwürfen steht, YouTube mache nicht genug, um Falschinformationen und Hasskommentare auf der Plattform zu verhindern, sagte sie: "Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut" – und dass die Grundsatzfrage nach dem Eingreifen auch eine Frage der Zensur sei. Zudem sei die Kontrolle aller Inhalte kaum möglich.

Das am häufigsten in Deutschland angeschaute Musikvideo stammt von der Schweizerin Loredana im Duett mit Juju, auch auf Platz drei liegen die Rapperin und der Rapper Capital Bra. Platz zwei haben Future und Drake ergattert. Der beste Creator ist Varion, ein Comedian, der mit seinen kurzen Sketch-Videos 2019 noch 2200 Abonnenten und inzwischen 1,5 Millionen Abonnenten erreicht. Kai Pflaume erhält den Siegerplatz als "Breakout Creator" für seinen Kanal Ehrenpflaume. Alle Sieger sind auf dem YouTube-Blog gelistet.

Meistgestreamter Künstler international ist bei Spotifys Jahrecharts Bad Bunny. Sein Album "YHLQMDLG" (nein, das ist kein Tippfehler) wurde ebenfalls am häufigsten gestreamt. Bei den Liedern landet "Blinding Lights" aus 2019 von The Weeknd auf dem ersten Platz. "The Joe Rogan Experience" ist erst vor kurzem gestartet, aber dennoch bereits der meist-gehörte Podcast. In Deutschland setzte sich Capital Bra als Musiker durch, bei den Alben rang ihm Apache 207 den ersten Platz ab. Loredana ist meist-gestreamte Künstlerin, gefolgt von Lea. Gemischtes Hack bleibt wie im vergangenen Jahr der Podcast-Liebling vor Fest&Flauschig und der Tagesschau in 100 Sekunden. Auf Spotify hat sich die Anzahl der Podcasts laut Pressemitteilung weltweit von 500.000 in 2019 auf mehr als 1,9 Millionen in 2020 gesteigert.

Die Deezer-Charts sehen ähnlich aus. Meistgestreamte Künstler in Deutschland sind Capital Bra, Samra und Apache 207, weltweit liegen J Balvin, The Weeknd und Bad Bunny vorne. Bei den Künstlerinnen sind es hier Lea, Loredana und Billie Eilish. Als meistgestreamter Song queren nur die Dance Monkeys von Tones and I dazwischen – auch aus dem vergangenen Jahr. Am häufigsten gehörte Podcasts sind "Plötzlich schwanger", "Mordlust" und "Verbrechen – Die Zeit". Bei den Hörbüchern lagen "Die Tribute von Panem", "Montanablack" und "Die ewigen Toten" vorne.

Und die Katze? Steht als Rhythmustier für 131-132 BPM, die die meistgehörten Lieder haben. Lässt sich bei Deezer in den Jahrescharts über die mobile App auch für die eigene Nutzung bestimmen.

(emw)