YouTube bringt Faktencheck-Funktion nach Deutschland

Um die Verbreitung von Falschinformationen zu verhindern, führt YouTube eine neue Faktencheck-Funktion in Deutschland ein.

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YouTube zeigt weiterführende Infomationen an und Videos, die über Verschwörungsmythen aufklären.

(Bild: Screenshot YouTube)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Nutzer sollen auf YouTube verlässliche Informationen finden. Deshalb bringt Google die Faktencheck-Funktion für seine Videoplattform nun auch nach Deutschland. Dazu gehören Eilmeldungen und Top-News auf der Startseite aber natürlich auch Bereiche, die weiterführende Informationen zu Themen bieten, über die Falschinformationen kursieren.

YouTube werde laut eines Google-Blogbeitrags immer mehr genutzt, um Nachrichten und Informationen zu bekommen. Zuletzt sei dies auch in Bezug auf die Corona-Krise deutlich geworden. Der Faktencheck-Infobereich soll helfen, aufzuklären. Es gibt ihn bereits in den USA, Brasilien und Indien, ab sofort steht er auch deutschen Nutzern zur Verfügung.

Bei der Suche nach bestimmten Themen zeigt YouTube Videos und Links zu verlässlichen Quellen an. Die Informationsbereiche sollen Kontext bieten und damit auch der Ungewissheit vieler Zuschauer entgegnen, die durch einen schnelllebigen Nachrichtenzyklus und häufig unbegründete Behauptungen zu stande kommen kann. Die Quellen, also etwa überprüfte Artikel, werden von ausgewählten Dritten gecheckt und bestätigt. Nicht jede Anfrage bei YouTube endet mit der Anzeige eines Faktenchecks. Als Beispiel nennt YouTube die Suche nach "Gibt es in Sachsen eine Flut", auf die eine Informationsbox angezeigt werden könnte, während auf das Wort "Flut" alleine kein Faktencheck-Artikel erscheint.

Die Artikel müssen den Community-Richtlinien YouTubes entsprechen. Die Faktenchecker sind ein offenes Netzwerk von unabhängigen Verlagen und Organisationen, die nach dem ClaimReview-Tagging-System vorgehen, einem System, das extra für die Verschlagwortung von Faktenchecks entwickelt wurde. Alle Verlage, die deutschsprachige Inhalte produzieren, sind laut Google dazu eingeladen, teilzunehmen. "Es wird etwas Zeit dauern, bis unsere Systeme ihr volles Potenzial erreicht haben."

Google hatte bereits angekündigt, alleine für Faktenchecker zu Covid-19 Millionen US-Dollar investieren zu wollen. Im Rahmen eines Förderprogramms sollen Organisationen unterstützt werden, Desinformationen zum Coronavirus den Kampf anzusagen.

Auch andere Konzerne setzen auf Faktenchecker. Facebook hat etwa ein Informationszentrum zum Klimawandel eingerichtet. Wie Facebook in einem Blog-Beitrag von Montag schreibt, habe das soziale Netzwerk erkannt, wie wichtig und hilfreich es ist, wenn Menschen korrekte Informationen zu einem Thema erhalten, das von globaler Bedeutung ist. Zuvor wurde ein Informationszentrum zu Covis-19 erstellt.

(emw)