Youtube lockt Kurzvideo-Creatoren mit Monetarisierung

Auf der hauseigenen Veranstaltung "Made on Youtube" hat die Videoplattform angekündigt, dass Youtube Shorts zu Geld gemacht werden können – mit Anzeigen.

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(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Das Monetarisierungssystem von Youtube wird erweitert: Künftig können auch Youtube Shorts sowie mehr Creatorinnen und Creatoren ihre Videos zu Geld machen. Das kann man getrost als Angriff auf Tiktok sehen. Dort ist es kaum möglich, Inhalte gleichermaßen zu verkaufen. Mit den Erstellern sollen wohl automatisch auch die Follower die Plattform wechseln.

Youtube-CEO Susan Wojcicki selbst hat die Neuerungen für das Youtube-Partnerprogramm (YPP) auf der hauseigenen Veranstaltung "Made on Youtube" in Los Angeles angekündigt. Bisher war es nicht möglich mit sogenannten Youtube Shorts an dem Programm teilzunehmen. Das Kurzvideo-Format ist dem von Tiktok mehr als ähnlich. Ab Anfang 2023 können sich dann Creatoren, die auf kurze Videos spezialisiert sind, für das YPP bewerben. Dazu müssen sie mehr als 1000 Abonennten haben und mehr als 10 Millionen Aufrufe innerhalb von 90 Tagen erreichen. Sind sie für das Programm zugelassen, können sie Anzeigen vor den Videos abspielen lassen beziehungsweise an diesen verdienen. Ob Länge des Videos und der Anzeige in irgendeinem Zusammenhang stehen, ist dabei bisher unklar.

Mehr Creatoren sollen erreicht und an das Portal gebunden werden, in dem ihnen die Hürden zur Monetarisierung erleichtert werden. "Um Creator:innen zu unterstützen, die am Anfang ihrer Youtube-Reise stehen, wird Youtube außerdem eine neue YPP-Stufe mit niderigeren Anforderungen einführen, die einen einfacheren Zugang zu Fan-Funding-Funktionen wie Super Thanks, Super Chat, Super Stickers und Channel Membership bietet", heißt es im Blogbeitrag.

Der bisherige Fund, den es für Creatoren derzeit gibt, wird für Youtube-Shorts-Ersteller durch ein Umsatzbeteiligungs-Modell abgelöst. Die Einnahmen aus den zwischen den Kurzvideos geschalteten Anzeigen wandern in einen Topf, der dann genutzt wird, um die Creatoren zu entlohnen. Auch Kosten für Musik-Lizenzen sollen damit beglichen werden.

Um eine Brücke zwischen Musikindustrie und Creatoren zu bauen, wird Creator Music eingeführt. Dahinter verbirgt sich ein Katalog, der ihnen den einfachen Zugang zu Musik ermöglicht, die sie in ihren Videos verwenden können. Künstler und Rechteinhaber sollen zudem eine neue Einnahmequelle für ihre Musik bekommen. In den USA ist dieses Programm bereits in der Betaphase.

"Das erste und branchenführende Partnerprogramm von YouTube hat den Einsatz von Langform-Videos grundlegend verändert. Jetzt mischen wir die Karten neu, indem wir das Programm auch für Shorts-Creator:innen öffnen und eine entsprechende Umsatzbeteiligung einführen", sagt Neal Mohan, CPO von Youtube. Shorts werden laut Youtube derzeit mehr als 30 MilliardenMal täglich aufgerufen, 1,5 Milliarden eingeloggte Nutzer und Nutzerinnen schauen die Videos im Monat. In den vergangenen drei Jahren sollen mehr als 50 Milliarden US-Dollar an Creatoren, Künstler und Medienunternehmen gezahlt worden sein.

(emw)