Zahlen, bitte! A113 - oder: Wenn Animations-Nerds die gleiche Tür nehmen

A113 ist eine der am häufigsten in Animationsfilmen auftauchenden Nummern. Hintergrund ist ein Easter-Egg der Produzenten weltbekannter Animationsfilme.

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Zahlen, bitte! A113 - oder: Wenn Animations-Nerds die gleiche Tür nehmen
Von
  • Markus Will

Wer in jüngeren Animationsfilmen von Disney bis Pixar genau hinschaut, gerät gern mal ins Stutzen: oftmals taucht eine ganz bestimmte Nummer auf – ob als Bezeichnung einer Kamera, einer Raumnummer oder auf einem Nummernschild. Irgendwann sieht man A113, entweder direkt oder in abgewandelter Form (A1-13, A-113 oder römisch ACXIII).

Zahlen, bitte!

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Die Tür von Raum A113 der CalArts-Hochschule. Sie ist namensgebend für eines der erfolgreichsten Easter Eggs der Filmgeschichte.

(Bild: CC BY-SA 3.0 , Rajeshnaroth)

Ist es ein geheimer Code? Ein Hinweis auf die gleichnamige Stadtautobahn, wie es staugeplagten Berlinern mit Blick auf ihren Arbeitsweg in den Sinn kommen könnte? Sind es die Illuminaten, die die Zeichentrickwelt erobert haben? Alles falsch! Das Geheimnis verbirgt sich in einer Tür.

Die Lösung findet sich in Kalifornien. Das California Institute of the Arts, kurz CalArts, ist eine Kunsthochschule, die von Walt und Roy Disney 1961 in Valencia, Kalifornien, gegründet wurde. Dabei wurden das Chouinard Art Institute und Los Angeles Conservatory of Music zusammengelegt, um die Kräfte zu bündeln und eine bessere Vernetzung zwischen den Studierenden zu erreichen.

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Viele Animationsfilmer, die später Karriere machten, studierten an dieser Hochschule. Und damals fanden im Raum A113 Ausbildungen für Animatoren statt. Insbesondere die späteren Filmemacher Pete Docter (Monster AG, Oben), Brad Bird (Die Unglaublichen, Ratatouille) und John Lasseter (Toy Story, Das große Krabbeln, Cars) begannen von nun an, in ihren Filmen mit A113 an diese Tür zu erinnern, in der die Grundlagen ihrer Karrieren gelegt wurden.

Eine der ersten Erwähnungen von A113 - Das Nummernschild eines Vans aus dem 1987er Zeichentrickfilm "Family Dog".

(Bild: Screenshot: Vameo)

Die ersten derartigen Easter-Eggs tauchten bereits 1987 auf: Sowohl in der Zeichentrickserie "Amazing Storys", in der Folge "Family Dog", in der zwei Diebe einen Transporter mit dem A113-Kennzeichen fahren, wie auch im Disney-Zeichentrickfilm "Der tapfere kleine Toaster", in der ein Appartment die Nummer A113 trägt. Von da an nahm die Entwicklung seinen Lauf. In sämtlichen Pixar-Animationsfilmen ist mindestens eine Referenz zu finden, sei es eine Produktbezeichnung, ein Dialogbestandteil, eine Zimmernummer oder eben ein KFZ-Kennzeichen.

Es entwickelte sich daraus ein genreübergreifender Running Gag, der auch in der Filmbranche außerhalb von Disney/Pixar Widerhall finden sollte. In vielen Zeichentrick- und Animationsproduktionen finden sich A113-Referenzen, darunter Simpsons, Futurama, South Park, American Dad. Aber auch in Filmen wie "Die Tribute von Panem", "Mission Impossible: Phantom Protocol" bis hin zu "Terminator: Die Erlösung" sind kleine Anspielungen an die Zimmertür zu sehen.

Auch in Dr. Who taucht die Reminiszenz auf: In Folge "Hinter den Wänden" (Staffel 8, Folge 9) kann der 12. Doktor mit Ach und Krach die miniaturisierte Tardis vor einem Zug mit A113-Aufschrift retten.

Dabei erreicht die Referenz in der Filmbranche so langsam einen Kultstatus wie der Wilhelmsschrei. A113 dürfte zudem das am meisten in Filmen verwendete Kennzeichen sein. Im echten Raum A113, von dem der ganze Hype ausging, befindet sich mittlerweile ein Grafikstudio.

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Fazit: Was die 47 für Trekkies und die 42 für universale, von pangalaktischen Donnergurglern gezeichnete Anhalter, ist A113 für Animationsfilmfans!

P.S.: Klar, dass diese Folge von "Zahlen, bitte!" zeitlich angepasst um 13:13 erscheint. Ausnahmsweise. (mawi)