Zeitfracht übernimmt First Wise Media und Speedlink-Hersteller Jöllenbeck

Die durch die Corona-Pandemie in Schieflage geratenen Unternehmen bekommen einen neuen Besitzer. Alle 300 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

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(Bild: Jöllenbeck GmbH)

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Es sieht nun doch nach einer schnellen Rettung der niedersächsischen Jöllenbeck GmbH und des Distributors First Wise Media aus. Denn das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht hat angekündigt, zum 1. August 2020 beide Unternehmen übernehmen zu wollen.

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Sowohl Jöllenbeck als auch First Wise Media gehören zur gleichen Unternehmensgruppe und hatten zuletzt zusammen einen Jahresumsatz von mehr als 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Beide hatten Anfang Mai jedoch Insolvenz angemeldet. Jöllenbeck ist in Deutschland durch die Marke Speedlink bekannt, die primär Peripherie für den Büroeinsatz und Spieler vertreibt, darunter Tastaturen, Mäuse und Headsets, aber auch Lautsprecher und sogenannte Gaming-Chairs. First Wise Media beliefert europaweit wohl mehr als 1800 Online- und Einzelhändler mit Elektronikprodukten von mehr als 30 Markenherstellern. Dazu zählt auch das Computer- und Videospielzubehör von Speedlink.

Die Zeitfracht-Gruppe ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der dritten Generation mit mehr als 2700 Mitarbeitern an 14 Standorten und Hauptsitz in Berlin. Das Unternehmen ist vor allem in der Logistik tätig. Dazu zählt auch der deutsche Buchlogistiker und Buchgroßhändler KNV Zeitfracht.

Der Umsatz der beiden Unternehmen war durch die Coronavirus-Pandemie eingebrochen. Zusätzlich hatte ein Kreditinstitut Ende April wohl einen eingeräumten Kredit mit sofortiger Wirkung gekündigt. Kürzlich zeigte sich dann Insolvenzverwalter Tjark Thies von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte hoffnungsvoll, da die Lockerungen der Verkaufsbeschränkungen und ein erkennbar wieder ausgabefreudigeres Konsumverhalten sich sehr positiv auf die Chancen eines Erhalts ausgewirkt hätten. Nun zitiert ihn Zeitfracht in der Pressemeldung zur Übernahme: "Wir haben im Rekordtempo eine für alle Beteiligten außergewöhnlich gute Lösung gefunden, die auch in Corona-Zeiten niemanden zurücklässt." Die wichtigste Botschaft ist aber sicherlich, dass wohl alle 300 Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen.

Weitere Informationen finden sich in der Presseankündigung von Zeitfracht. Hier finden sich aber keine Angaben zur Kaufsumme oder zur Strategie, wie das Portfolio von Jöllenbeck und First Wise Media integriert werden sollen.

(ane)