Zentrum "Mobilität der Zukunft" soll Mobilität von Morgen neu denken

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat in München die Geschäftsstelle des Deutschen Zentrums der Mobilität der Zukunft eröffnet.

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Verkehrsminister Andreas Scheuer zur Eröffnung der DZM-Geschäftsstelle.

(Bild: DMVI)

Von
  • Andreas Wilkens

In München hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am heutigen Montag die Geschäftsstelle des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) gegründet. Damit soll ein international herausragendes Zentrum der Mobilitätforschung entstehen, hieß es aus seinem Ministerium. Es soll Antworten darauf finden, wie sich Menschen und Waren in Zukunft vor dem Hintergrund der globalen Trends der Dekarbonisierung, Digitalisierung und des demografischen Wandels fortbewegen.

Im DZM, dessen Herzstück sich in München etablieren und dessen Geschäftsstelle im Munich Urban Colab (MUB) angesiedelt wird, sollen Kompetenzen aus Wissenschaft, Startups und anderen Unternehmen sowie Politik und Verwaltung gebündelt und der Austausch von Wissenschaft und Industrie gefördert werden; als "neue Avantgarde der Mobilität der Zukunft auf allen Ebenen". Das MUB liegt an der Freddy-Mercury-Straße, und so zitierte Scheuer die Rockband Queen: "Don't stop me now." Sein Nachredner, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ergänzte: "We will rock you."

Weitere Standorte des DZM sind Annaberg-Buchholz mit Schienenprojekten und Hamburg fürs autonome Fahren. Dazu kommen der Railcampus Ostwestfalen-Lippe in Minden, wo die Transportlogistik für Personen und Güter autonome Bahnsysteme getestet werden sollen, und das Karlsruher Projekt Country-to-City-Bridge mit ÖPNV und alternativen Antrieben für eigene Pkw. Dabei betonte Scheuer, das DZM solle technologieoffen denken, also beispielsweise nicht nur Elektromobilität auch alternative Verbrennungskraftstoffe oder Wasserstoff berücksichtigen, und verkehrsträgerübergreifend, also beispielsweise das Fahrrad, auch fiel zur Eröffnung öfter das Stichwort "Air Mobility", sprich Flugtaxis.

Im Juni hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag, als Ergebnis der ersten Stufe des Standortwettbewerbs würden für die drei möglichen Standorte Chemnitz, Duisburg und Pfeffenhausen (Bayern) je eine Machbarkeitsstudie sowie eine gemeinsame Machbarkeitsstudie für ein thematisches Cluster zu Schifffahrts- und Luftfahrtthemen für die Standorte Stade, Bremerhaven und Hamburg angefertigt. Die Auswahl weiterer Standorte für das DZM werde nach einer Entscheidung über dessen Rechtsform und der Aufnahme seiner Geschäftstätigkeit fortgesetzt.

Scheuer hatte im März vergangenen Jahres angekündigt, in München für 500 Millionen Euro das DZM ansiedeln zu wollen. Die Bundestagsfraktionen von FDP und Grünen kritisierten den Plan; aus der FDP war die Rede davon, es würden "nach Gutsherrenart" Gelder verteilt ohne nachhaltige Konzepte und Standort-Wettbewerb. Der Grüne Oliver Krischer warf der CSU vor, das Verkehrsministerium vor allem zu nutzen, "um Geld des Bundes nach Bayern zu schaufeln". Söder sagte nun, die Eröffnung der DZM-Geschäftsstelle sei nicht irgendeinem Wahlkampf geschuldet, "auch wenn es ihm nützt". Scheuer betonte, München sei mit seinem Verkehrs-Know-how der ideale Standort für das DZM; ebenso sah es der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in seiner Rede.

(anw)