Zero-Rating: Wie es ab April für StreamOn- und Vodafone Pass-Kunden weitergeht

Die Bundesnetzagentur hat Zero Rating zum 31. März 2023 verboten. Vodafone und die Telekom haben nun erste Informationen für die Zeit danach veröffentlicht.

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(Bild: Blanscape/Shutterstock.com)

Von
  • Bernd Mewes

Das Ende von StreamOn der Deutschen Telekom und des Vodafone Passes aufgrund des Zero Rating-Verbots der Bundesnetzagentur nähert sich. Die Telekom hat ihre Kunden in der vergangenen Woche über die Folgen ab dem 1. April 2023 per E-Mail und im Internet informiert und Vodafone entsprechende FAQ veröffentlicht. Während die Telekom lediglich eine einmalige 90-tägige Flatrate anbietet, können Vodafone-Kunden mit einer dauerhaften Datenvolumen-Erhöhung rechnen.

Mit den Zero Rating-Optionen der Telekom-Anbieter wurde kein Datenvolumen auf bestimmte Online-Dienste angerechnet – sie schmälerten das Datenvolumen nicht. Der von der Deutschen Telekom "StreamOn" genannten Dienst enthielt etwa die Optionen StreamOn Music, Music&Video, Gaming und Social&Chat inklusive aller Business-Varianten. Zum Pendant von Vodafone, dem "Vodafone Pass", gehörten unter anderem der Chat-, Social-, Music- und Video-Pass.

Die Deutsche Telekom bietet ihren Kunden nach dem 31. März 2023 als Ausgleich einmalig unbegrenztes Surfen im Mobilfunknetz für 90 Tage an. Die Flatrate ist aktuell nur dem MagentaMobil XL-Vertrag vorenthalten – dort dauerhaft. Im Zusammenhang mit dem MagentaEins-Versprechen der Telekom sind jedoch auch abweichende Vertragskonditionen möglich. Die einmalige 90-tägige Flatrate kann laut Telekom zwischen dem 1. April 2023 und 31. Mai 2023 kostenlos in der zugehörigen App oder im Internet gebucht werden – danach verfällt das Angebot.

Vodafone hingegen bietet seinen Pass-Kunden nach dem 31. März 2023 als Ersatz ein zusätzliches Datenvolumen jeden Monat – den Vodafone-FAQ zufolge auch Kunden, die den Pass zwar vertraglich erhalten, aber nie aktiviert haben. Dazu ist demnach lediglich eine Aktivierung in der MeinVodafone-App nötig. Wie hoch das Datenvolumen sein wird, gibt Vodafone auf seiner Website vorerst noch nicht an, weitere Informationen will der Mobilfunk-Anbieter per SMS mitteilen.

Hintergrund des Verbots von StreamOn und Vodafone Pass ist die Netzneutralität, laut der "die einheitliche Anwendung der EU-Verordnung für den Zugang zu einem offenen und freien Internet gewährleistet" werden soll, die bereits im August 2016 als "Orientierungshilfe" herausgegeben wurde. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im September 2021, dass die Nutzung bestimmter Anwendungen oder Dienste ohne Abzug des im Tarif enthaltenen Datenvolumens gegen EU-Recht verstoße.

Die Deutsche Telekom hat bereits im Juli 2022 ihre Tarife angepasst und mit mehr Datenvolumen ausgestattet. Für Bestandskunden, die Tarife mit Zero Rating davor abgeschlossen hatten, laufen diese Optionen nun zum 31. März 2023 aus und die Nutzung der zuvor – ohne Auswirkungen auf das vertragliche Datenvolumen – "freien" Dienste werden wieder angerechnet.

(bme)