"Zoombombing": Zoom will Sammelklage mit 85 Millionen Dollar Geldbuße beilegen

In einer Sammelklage wird Zoom vorgeworfen, nicht genug für den Datenschutz unternommen zu haben. Das Unternehmen will sie nun mit Geld beilegen.

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(Bild: insta_photos/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Das US-Unternehmen Zoom ist bereit, 85 Millionen US-Dollar (rund 72 Millionen Euro) zu bezahlen, um eine Sammelklage wegen Datenschutzvergehen außergerichtlich beizulegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Einigung muss demnach noch von der zuständigen US-Bezirksrichterin genehmigt werden.

Zoom gestehe in dem Text kein Fehlverhalten ein, heißt es weiterhin. Für Beteiligte an der Sammelklage würde es dann 15 Prozent ihrer Abopreise oder 25 US-Dollar geben, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Alle anderen betroffenen Nutzerinnen und Nutzer würden 15 US-Dollar bekommen.

In der vor einem Gericht in Kalifornien verhandelten Sammelklage geht es um den Vorwurf, dass Zoom gegen Datenschutzvorgaben verstoßen hat, als personenbezogene Nutzerdaten mit Facebook, Google und LinkedIn geteilt wurden, erklärt Reuters. Darüber hinaus sei in der Klage der Vorwurf enthalten, dass das US-Unternehmen nicht ausreichend vor dem "Zoombombing" geschützt habe. So ließ sich die Ziffernfolge einer Zoom-Videokonferenz (Meeting-ID) relativ leicht erraten, was Unbeteiligte nutzten, um sich in Meetings anderer Leute einzuschalten und teils unerwünschte oder abstoßende Inhalte beizusteuern. Zoom wolle nun unter anderem sicherstellen, dass Nutzer und Nutzerinnen gewarnt werden, wenn in Meetings Dritt-Software verwendet wird.

Zwar bietet Zoom seine Software für Videokonferenzen schon seit Jahren an, aber im Zuge der Einschränkungen im Kampf gegen SARS-CoV-2 und Covid-19 explodierten die Nutzerzahlen im Frühjahr 2020 regelrecht. Angesichts der damit verbundenen verstärkten Aufmerksamkeit waren teilweise laxe Sicherheits- und Datenschutzpraktiken bekannt geworden. Das Unternehmen reagierte und holte sich unter anderem den respektierten Experten Alex Stamos als Berater an Bord.

Seit Oktober des vergangenen Jahres bietet Zoom auch echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, nachdem Zoom dazu vorher falsche Angaben gemacht hat. Strafzahlungen dafür hatte die FTC dem Unternehmen aber erspart.

(mho)