Zu teuer und nutzlos: Über die Hälfte der Deutschen will keinen Smart Meter

Mehr Bundesbürger können sich zwar dafür erwärmen, ein intelligentes Strommesssystem zu installieren. 55 Prozent lehnen dies aber weiter ab.

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(Bild: Krisana Antharith/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl

Rund zwei Jahre nach dem Start der gesetzlich geregelten Markteinführung sogenannter Smart Meter fremdelt über die Hälfte der Deutschen noch mit solchen "intelligenten Stromzählern". 55 Prozent der Bundesbürger wollen nach wie vor kein Smart-Meter-Gateway im Haus. 33 Prozent davon sind die Geräte zu teuer, 32 Prozent sehen keinen Nutzen darin. Das zeigt eine aktuelle, als repräsentativ geltende Umfrage unter 1003 Bürgern ab 16 Jahren in Deutschland, die der IT-Verband Bitkom durchführen ließ.

Weitere Ablehnungsgründe: 29 Prozent der Smart-Meter-Gegner meinen, Einbau und Installation seien zu aufwendig. 28 Prozent der Befragten sorgen sich wegen eines möglichen Missbrauchs persönlicher Daten durch die auch als "Spionagezähler" kritisierten Anlagen. 16 Prozent haben Angst vor Hackerangriffen auf die Smart Meter, die die Energiewende und ein "Smart Grid" unterstützen sollen. 8 Prozent gehen davon aus, dass die Technik noch nicht ausgereift ist.

Vorgeschrieben ist ein Smart-Meter-Gateway mit dem zugehörigen digitalen Zähler hierzulande für Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6000 kWh. Dies dürfte durchschnittlich mit fünf oder mehr Personen erreicht sein. 16 Prozent nutzen so bereits entsprechende Geräte oder planen dies "auf jeden Fall". Weitere 29 Prozent können sich dies "eher" vorstellen. Mit zusammengenommen 45 Prozent ist diese Zahl deutlich höher als Anfang 2020, als sich nur 36 Prozent dieser Technik gegenüber offen zeigten.

77 Prozent der Nutzer und Interessenten wollen vor allem Stromkosten sparen, 72 Prozent Stromfresser im Haushalt identifizieren. Zwei Drittel wünschen sich eine verbrauchsgenaue Stromabrechnung. Ein knappes Zehntel hat grundsätzlich gern die neuesten Gadgets im Haus. Smart Meter ist zudem mittlerweile mehr Bundesbürgern ein Begriff: 35 Prozent kennen das Wort nicht, Anfang 2020 waren es noch 42 Prozent.

(olb)