Zuckerberg: Apples Tracking-Transparenz könnte Facebook stärken

Das Tracking-Opt-in in iOS wird werbetreibenden Firmen schaden, glaubt der Facebook-Chef. Das treibe mehr Händler direkt auf Facebooks Plattform.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 30 Beiträge

(Bild: sitthiphong/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Facebook-Chef Mark Zuckerberg scheint in Apples geplanter Tracking-Transparenz-Initiative eine Chance zu wittern. Das bald von iOS vorgeschriebene Opt-in für Werbe-Tracking führe zwar zu Umsatzeinbußen, könnte langfristig aber von Vorteil für Facebook sein: "Ich denke, dass wir sogar in eine stärkere Position kommen könnten, wenn Apples Änderungen mehr Unternehmen dazu bringen, Geschäfte direkt auf unserer Plattform zu machen", erläuterte Zuckerberg in der Nacht auf Freitag in einer Gesprächsrunde bei Clubhouse.

Zugleich wiederholte der Facebook-Chef seine Warnung, das Tracking-Opt-in werde vor allem kleineren Firmen schaden, die neue Kunden durch Werbung gewinnen wollen. "Ich bin ziemlich besorgt über die Gesundheit vieler Unternehmen, mit denen wir versuchen, zu arbeiten", meint Zuckerberg.

Ab iOS 14.5 müssen Apps für ein Anbieter-übergreifendes Werbe-Tracking erst um Erlaubnis bitten. Die Werbebranche fürchtet, dass viele Nutzer keine Zustimmung geben. Durch Apples Tracking-Transparenz-Initiative dürfte ein Teil von Facebooks Werbegeschäft in den Blindflug gezwungen werden, wie ehemalige Mitarbeiter berichten – die Effektivität von Kampagnen lasse sich schlechter messen und entwerte so die weniger personalisierte Werbung. Die Änderung betreffe insbesondere Facebooks Audience Network, das Banner in Dritt-Apps abwickelt – es wird auf nur einen Anteil von rund 10 Prozent an Facebooks milliardenschwerem Werbegeschäft geschätzt.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

Zuckerbergs Kalkül scheint, dass die Händler ihr Geschäft künftig gleich auf Facebooks Plattform abwickeln statt über eine eigene App oder Website. Facebook habe bereits 1 Million aktive Shops, die monatlich von 250 Millionen Nutzer besucht würden, so Zuckerberg bei der Talk-Runde. Die Shops sind direkt in Facebook und Instagram integriert – dort kann Facebook weiterhin jeder Nutzerinteraktion haarklein erfassen.

(lbe)