Zum Ende von Stadia: Google hat Bluetooth im Spiele-Controller aktiviert

Wenn Google Stadia demnächst abschaltet, lässt sich der Controller nur noch per Kabel nutzen. Inzwischen hat Google das versprochene Bluetooth-Update aktiviert.

Lesezeit: 5 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 27 Beiträge

Lebt dank Bluetooth-Aktivierung wohl noch länger als Stadia, das Google am 18.1.2023 abschalten will.

(Bild: Google)

Update Stand:
Von
Inhaltsverzeichnis

Google schaltet seinen Spiele-Streamingdienst Stadia in wenigen Tagen ab – dort erworbene Spieletitel sind dann nicht mehr zugänglich. Und was wird aus der Hardware, dem Stadia-Controller? Google hat nun ein Einsehen mit den Wünschen der Kunden und will beim außerhalb von Stadia nur per Kabel benutzbaren Controller mit einem Software-Update den Bluetooth-Chip aktivieren. Dieses Update hat Google inzwischen veröffentlicht. Damit lässt sich das Gamepad nahezu universell fürs Spielen einsetzen, was sich etliche Kunden schon seit Langem wünschen. Das teilte Google zunächst in einem kurzen Community-Beitrag mit – und das auch nur neben der Ankündigung, für die letzten Tage bei Stadia gebe es noch ein kleines, kostenloses Spiel dazu.

Am 18. Januar will Google seinen cloud-basierten Dienst Stadia endgültig abschalten. Den zugehörigen Store hat das Unternehmen schon länger deaktiviert, dort konnte man Spiele und auch den Controller kaufen. Auch innerhalb gekaufter Spiele lassen schon länger keine Transaktionen mehr ausführen. Google hatte im September 2022 entschieden, seinen Spiele-Streamingdienst wegen enttäuschender Nutzerzahlen einzustellen. Das Geld für gekaufte Spiele und Hardware erstattet Google zurück – das Gamepad müssen die Besitzer aber nicht zurückschicken.

Der Nutzen des Controllers wäre nach dem Stadia-Ende jedoch stark eingeschränkt, weil er sich dann nur über Kabel mit einem Wiedergabegerät verbinden ließe – das dürfte für die meisten Nutzer zu umständlich sein. Lediglich das Einrichten des Zubehörs nutzt eine Bluetooth-Verbindung, ansonsten verbindet sich das Gamepad direkt per WLAN mit Stadia. Deshalb hatten zahlreiche Nutzer auf Reddit bereits ein Freischalten von unbeschränkter Bluetooth-Verbindung gefordert. Google kommt dem Wunsch nun nach und will in derselben Woche, in der Stadia abgeschaltet wird, ein Software-Tool veröffentlichen, das Bluetooth auf dem Controller in vollem Umfang aktiviert. Weitere Informationen dazu sollen folgen, schreibt Google in der kurzen Mitteilung.

Wie Google dort außerdem mitteilt, gibt es für letzten Tage bei Stadia noch ein kleines Spiel als kostenlose Zugabe: Das "Worm Game" sei noch älter als Stadia selbst und sicherlich nicht das Spiel des Jahres. Dieses Mini-Spiel hätten die Stadia-Entwickler jedoch in den vergangenen Jahren zu Testzwecken benutzt und damit viel Zeit verbracht, weshalb sie es jetzt mit den Kunden teilen wollten. Es handelt sich um eine Variante des bekannten "Snake"-Spiels.

Inzwischen hat Google das Bluetooth-Update veröffentlicht. Über den Webupdater, der ausschließlich in Chrome (>108) funktioniert, kann man den Controller mit der neuen Firmware bespielen. Danach funktioniert er als typisches Bluetooth-HID (Human Interface Device) und kann somit an allen Geräten zum Einsatz kommen, die das unterstützen.

Nutzer berichten in diversen Foren größtenteils Positives über die neue Firmware. Manche bemängeln lediglich, dass der Kopfhöreranschluss am Controller im Bluetooth-Modus nicht funktioniere – was Google aber auch in den FAQ erwähnt. Im USB-Modus, der nach wie vor funktioniert, ist die Klinkenbuchse zudem weiter nutzbar.

Der Webupdater funktioniert laut Google unter Windows, macOS und Linux-Distributionen. Wir testeten den Webupdater unter Ubuntu 22.04 und erhielten immer wieder die Fehlermeldung, dass der Controller bereits von einer anderen Anwendung belegt sei. Die von Google erwähnten udev-Regeln (I'm on a Linux-based computer and can't update my Stadia Controller. Help!) halfen leider nicht. Die Chrome-Konsole verrät, dass dem Browser der Zugriff auf den Port verweigert wird.

Die Lösung: In manchen Linux-Distributionen müssen die Schreibrechte für USB-Port angepasst werden. Dazu öffnet man ein Terminal, ermittelt mit lsusb die Bus- und die Gerätenummer des Controllers und passt deren Lese- und Schreibrechte mit sudo chmod a+rwx /dev/bus/usb/<busnummer>/ an.

amo@amo-desktop:~$ lsusb
Bus 006 Device 001: ID 1d6b:0003 Linux Foundation 3.0 root hub
Bus 005 Device 003: ID 18d1:9400 Google Inc. Stadia Controller
amo@amo-desktop:~$ sudo chmod a+rwx /dev/bus/usb/005/003

Möchte man das Update verifizieren, muss man den Schritt wiederholen, da der Controller nach dem Update eine neue Gerätenummer bekommt.

Ist das Update durch, ist der Controller bereit fürs Pairing und zeigt dies, über orangefarbenes Blinken. Passiert das nicht, kann man es händisch immer wieder anstoßen, in dem man Y und die Stadia-Taste gedrückt hält.

Update

Informationen zum Bluetooth-Update sowie Linux-Tipp hinzugefügt.

(tiw)