Zweite "feuchte Generalprobe": NASA-Riesenrakete SLS erneut auf der Startrampe

Mit der Riesenrakete SLS will die NASA Menschen zum Mond schicken. Bevor sie abhebt, muss sie aber einen Test bestehen. Jetzt steht der zweite Anlauf an.

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(Bild: NASA/Ben Smegelsky)

Von
  • Martin Holland

Die riesige NASA-Rakete SLS ist für ihre zweite "feuchte Generalprobe" zurück auf der Startrampe. Nachdem alle beim ersten Versuch identifizierten Maßnahmen abgearbeitet wurden, soll die Rakete den wichtigen Test jetzt absolvieren.

Geht alles gut, könnte der geplante Erstflug noch in diesem Jahr folgen, aktuell gibt es aber keinen neuen Zeitplan der US-Weltraumagentur. Im April war die "feuchte Generalprobe" in mehreren Anläufen gescheitert, woraufhin die Riesenraketen zurück in ihren Hangar transportiert wurde. Der Test selbst soll frühestens am 19. Juni beginnen, bis dahin kann man die Rakete in einem Livestream der NASA ansehen.

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Die SLS (Space Launch System) war Mitte März zum ersten Mal zur Startrampe gerollt. Dort sollte dann möglichst originalgetreu das gesamte Prozedere durchgespielt werden, das für einen richtigen Start nötig ist. Diese "feuchte Generalprobe" – weil dabei auch der Flüssigtreibstoff in den Tank gefüllt wird – wird erst kurz vor dem unumkehrbaren Zünden der Triebwerke abgebrochen. Den ersten Anlauf hatte schlechtes Wetter verhindert, danach waren erste technische Probleme hinzugekommen. Beim dritten Anlauf zum Betanken war ein Leck an der Verbindung zum mobilen Tankmast für den flüssigen Wasserstoff entstanden. Die Rakete musste darauf hin zurück in den Hangar, ein neuerlicher Anlauf war nötig geworden. Die NASA setzt jetzt große Hoffnungen darauf, dass diesmal alles klappt.

Die Riesenrakete ist die Basis für die geplanten bemannten Flüge der NASA zum Mond, sie wird seit Jahren entwickelt. Lange war davon ausgegangen worden, dass sie bei ihrer Fertigstellung die stärkste Rakete der Geschichte sein würde. Der Platz könnte ihr aber streitig gemacht werden, SpaceX hat eine eigene Riesenrakete in einem Bruchteil der Zeit entwickelt und plant für dieses Jahr deren ersten Flug ins All. Während ein Start der SLS mindestens 4,1 Milliarden US-Dollar kostet – was bei der NASA als "unhaltbar" gilt –, dürften Starts des Starships deutlich günstiger werden. Bei ihrem ersten Start soll die SLS die unbemannte Raumkapsel Orion zum Mond schießen, den die Raumkapsel dann mehrere Tage umkreisen soll. Wann das so weit ist, könnte nun klarer werden.

"Feuchte Generalprobe" der SLS (27 Bilder)

Die Riesenrakete im Montagegebäude
(Bild: NASA)

(mho)