c't 3003: Fünf Dinge, die bei Windows 11 wirklich blöd sind

Windows 11 mag schöner aussehen als Windows 10, aber nicht alles besser. c't 3003 rechnet ab. Spoiler: Es wird ein bisschen weird.

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Von
  • Jan-Keno Janssen

Was nervt an Windows 11 bei der täglichen Benutzung? Wir stellen die fünf größten Nervereien vor.


Transkript des Videos:

In diesem Video zeige ich euch, was mich bei Windows 11 wirklich nervt. Und wie man zumindest ein paar Probleme behebt. Zieh dich warm an, Microsoft, jetzt gibt’s hier richtig auf die Taskleiste.

Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei c't 3003.

Ja, ich weiß. Wir haben schon ganz schön viele Videos über Windows 11 gemacht und einige davon waren im Grundton eher positiv. Dazu stehe ich auch, weil Windows 11 einiges ziemlich gut macht, zum Beispiel die Android-Emulation, viele kleine gut durchdachte Lebensqualitäts-Verbesserungen und vor allem, weil es meiner Meinung nach VIEL moderner aussieht als Windows 10. Aber das heißt natürlich noch lange nicht, dass wir hier irgendwie so Microsoft-Superfans sind. Keinesfalls, deshalb: Fünf Dinge, die bei Windows 11 wirklich richtig Mist sind. Die Kritikpunkte sind übrigens nicht von mir alleine, sondern kommen aus der ganzen c’t-Redaktion.

Mist-Dings 1: Das neue Rechtsklick-Menü

Weil ich das Video hier mache, fange ich mit meinem ganz persönlich Nerv-Feature an, das mich jeden Tag RASEND MACHT. Und zwar das umgebaute Kontext-Menü, also das, was kommt, wenn man irgendwas mit der rechten Maustaste anklickt. Zuerst mal ist das Ding LANGSAM. Schaut mal hier, das ist mein Desktop. Und jetzt klicke ich diese Datei mit rechts an. So lange dauert es, bis das blöde Menü endlich angezeigt wird. Ok, das passiert nur bei der ersten Rechtsklick-Benutzung, sobald das Teil einmal geladen ist, geht es etwas schneller, aber trotzdem: Schnell ist das immer noch nicht.

Was ich aber mindestens genauso nervig finde: Microsoft hat das Kontextmenü aufgeräumt und abgespeckt, das heißt, dass nicht jede x-beliebige Software irgendwelche Einträge hinzufügen kann und das Ding dann ewig lang wird. Ok, verstehe ich, das kennen vermutlich alle, die eine alte Windows-Installation mit viel Software drauf haben. Hier, das ist das alte Kontextmenü auf meinem System, das ist tatsächlich etwas voll. Das bekommt man mit „Weitere Optionen anzeigen“ im neuen Kontextmenü.

ABER: WIESO KANN ICH NICHT SELBST ENTSCHEIDEN, WAS IM ERSTEN MENÜ ANGEZEIGT WIRD? Das ergibt alles überhaupt keinen Sinn, warum gibt es stinknormales „Kopieren“ hier nicht mehr? Warum ist das jetzt in diesem super schwierig zu treffendem Mini-Icon? Denkt Microsoft, alle Menschen machen alles mit Steuerung-C und Steuerung-V? Eine weitere Funktion, die ich sehr häufig verwende, ist ebenfalls im zweiten Menü vergraben, nämlich das schnelle Teilen einer Datei mit Dropbox. Grrrmbl. Es gibt zwar Dropbox-Funktionen im ersten Menü, aber nicht die, die ich will.

Und: Warum tauchen im zweiten Menü nochmal genau die selben Sachen auf, die es auch im ersten Menü gab? Niemand – wirklich niemand – wird doch auf „weitere Optionen“ klicken, wenn man an Sachen dran will, die es im ersten Menü auch schon gibt! Das ergibt keinen Sinn! Technisch ist mir das alles schon klar, das eine ist halt das neue Menü und das andere einfach das alte von Windows 10, was da aufgerufen wird – aber elegant geht anders.

Ein Workaround ist, über eine Registry-Änderung nur noch das alte Menü zu aktivieren, das lädt deutlich schneller. Löscht man den Registry-Key, ist alles wieder wie gehabt. Ich habe euch die Kommandozeilen-Befehle unten in die Beschreibung gepackt. Trotzdem: Elegant geht anders, ich will mir das nicht zurechtfrickeln, vor allem weil das alte Menü hässlicher aussieht als das neue.

Neues Kontextmenü deaktivieren:

reg.exe add "HKCU\Software\Classes\CLSID\{86ca1aa0-34aa-4e8b-a509-50c905bae2a2}\InprocServer32" /f /ve

Neues Kontextmenü wieder aktivieren:

reg.exe delete "HKCU\Software\Classes\CLSID\{86ca1aa0-34aa-4e8b-a509-50c905bae2a2}" /f

Mist-Dings 2: Völlig kaputtes vorinstalliertes Teams

Ok, jetzt wird’s echt weird: Windows 11 hat sehr prominent auf der Taskleiste dieses Icon hier platziert. CHAT, steht da dran. Klickt man da drauf, gibt’s irgendwie was mit Freunden und Famielie und Herzchen; und dann steht da: ERSTE SCHRITTE. Ok, geh ich mal drauf. Und dann poppt einfach ein Teams-Anmelde-Fenster auf. Anmelden klappt aber gar nicht; da kommt dann: Sie können sich hier nicht mit einem Geschäfts-, Schul- oder Unikonto anmelden. Verwenden sie stattdessen ihr persönliches Konto. Erstmal: Uni schreibt man groß, Microsoft. Aber vor allem: Ich, wie wahrscheinlich auch eine Milliarde andere Menschen, benutze Teams nicht aus Spaß, weil es ein so schönes Programm ist. Sondern, weil mein Arbeitgeber das will. Gibt es echt Leute, die denken: Juhu, ich hänge schon meinen ganzen Arbeitstag in Teams, jetzt möchte ich das zum Feierabend auch unbedingt benutzen, um mit Oma zu chatten? Nein, Microsoft, die gibt es nicht; und wenn sind das sehr wenige. Wir haben zu Teams ja schonmal ein Video gemacht.

Aber vor allem WARUM? Wieso gibt es zwei Teams-Versionen, eine für Business-Accounts und einen für private? Warum nennt Microsoft die private Version nicht anders? Wie in der Taskleiste, da steht ja auch einfach „Chat“? Weil jetzt mal ernsthaft, das checkt doch kein Mensch: „Willkommen bei Teams“ – und unten steht dann „Microsoft Teams abrufen (Arbeit oder Schule“)? Achja: Hat man die „normale“ Arbeits-Teams-Version installiert und gibt dann Teams ins Startmenü ein, kommt das hier. Wollt ihr mal raten, welches welche ist? Genau, die mit dem dezent weiß umrahmten T ist die kaputte Version, die andere ist die normale.

Mist-Dings 3: Kontozwang im Store

Bei der Installation der Home-Version von Windows 11 wird erstmal ein bei Microsoft-Online-Konto verlangt. Das kann man zwar nachher löschen und durch ein Offline-Konto ersetzen. Aber bei der Installation braucht man es. EIGENTLICH. Es sei denn, man benutzt ein verbotenes Wort als Benutzernamen, zum Beispiel "Microsoft" oder "elonmusk". Hä, wer soll das denn sein. Nie gehört. Jedenfalls kann man danach dann bei Passwort, irgendeinen Schrott eingeben und darf dann doch ein Offline-Konto anlegen.

Bei den teureren Windows-Versionen wird offiziell ein sogenanntes „Offline-Konto“ angeboten; gemeint ist damit einfach ein nur auf dem jeweiligen System gesetzter Benutzer-Account – so wie das halt sein soll.

Die Frage ist: Warum will Microsoft unbedingt, dass man ein Online-Konto anlegt? Und warum ist das nur bei der Home-Version so? Klar: Wenn Microsoft diesen Onlinekonto-Zwang bei den Firmen-Lizenzen bringen würden, dann würden Firmen denen aufs Dach steigen und sagen: Seid ihr bescheuert, wir zahlen schon genug für eure Produkte, ihr müsst nun nicht auch noch unsere Daten sammeln. Aber mit den Privatleuten kann man's machen: Die sollen sich einen Account anlegen – und wenn der erstmal da ist, kann man denen natürlich auch einfacher irgendwelche Office-Abos andrehen oder Zeugs im App-Store – den kann man übrigens auch nur noch mit Microsoft-Account benutzen, und zwar sogar bei kostenlosen Apps. Das ist mit dem neuen Microsoft Store bei Windows 10 übrigens auch schon so, also kein spezifisches Windows-11-Ding.

Mist-Dings 4: Taskleiste nicht mehr beliebig anklebbar

Ich finde die neue Taskleiste zwar super, aber viele Leute in der c’t-Redaktion nicht: Sie wollen das Teil, oben haben statt unten oder sogar hochkant an der Seite. Mit Bordmitteln kann man aber lediglich einstellen, ob das Ding mittig angeklebt wird oder linksbündig. Standardmäßig sind die Icons in der Mitte – und auch wenn mich das am Anfang komplett wahnsinnig gemacht hat, finde ich das inzwischen genau richtig so. Aber ich bin nicht alle; und deshalb kann ich gut verstehen, wenn Leute das nervt.

Bei Windows 10 konnte man das Dingen einfach in alle Richtungen kleben. Mit ein bisschen Registry-Gefrickel kriegt man die Leiste zwar auch in Windows 11 relativ leicht nach oben, und es gibt auch schon Tools, die das per Mausklick erledigen; zum Beispiel Start11 oder StartAllBack. Letzteres kann man einfach per Textshell – in Windows heißt das Eingabeaufforderung – installieren: winget install startallback.

Das Tool kann übrigens auch das Startmenü wieder mit den ollen Kacheln vollkleistern, wie das früher der Fall war; falls das wirklich jemand möchte.

Aber: Bei solchen Modifikationen gibt es natürlich immer die Gefahr, dass bei Windows-Updates irgendwas kaputtgeht; weshalb ich sowas wirklich nur im Notfall installiere. Besser wäre, wenn Microsoft die Taskbar-Ausrichtung einfach selbst wieder veränderbar macht.

Mist-Dings 5: Widget-News, die sich nicht ausblenden lassen

Darüber hatte ich mich ja schon in meinem Test der Vorab-Version von Windows 11 aufgeregt: Das sogenannte Widget-Fenster zeigt standardmäßig nicht nur extrem viel Clickbait-Zeugs an, sondern das Ausblenden von Quellen funktioniert nicht zuverlässig. Hier zum Beispiel: Mich interessieren keine Sportnews, also habe ich Spox ausgeblendet – das steht hier auch schwarz auf weiß in meiner „Themenverwaltung“. Und trotzdem kommt hier irgendso'n Fußball-Kram von Spox. Manno, Microsoft!

So, das waren jetzt erstmal die fünf für mich größten Kritikpunkte. Habt ihr noch weitere? Gerne in die Kommentare schreiben – und natürlich auf Abonnieren klicken. Danke und Tschühüß!


c't 3003 ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t magazin. Redakteur Jan-Keno Janssen und die Video-Producer Johannes Börnsen und Şahin Erengil veröffentlichen jede Woche ein Video.

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(jkj)