App auf Rezept: Wogegen Ärzte sie aufschreiben und warum es nicht mehr gibt

2022 haben Ärzte mehr digitale Gesundheitsanwendungen verschrieben, wie ein Bericht von McKinsey zeigt. Zudem ist die Zahl der Videosprechstunden rückläufig.

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(Bild: greenbutterfly / Shutterstock)

Von
  • Marie-Claire Koch

Immer mehr Patienten nutzen Apps auf Rezept, wie aus dem eHealth-Monitor von McKinsey hervorgeht. Im ersten Halbjahr 2022 gab es demzufolge 62.000 Verschreibungen für eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA). DiGAs sind erstattungsfähige medizinische Apps, die Patientinnen und Patienten bei Anliegen wie Rauchentwöhnung und Übergewicht unterstützen sollen. Mehr als zehn DiGAs sollen der Psyche helfen – etwa eine App gegen Depressionen, oder eine, die bei Panikattacken helfen soll. Derzeit sind 33 Apps auf Rezept im DiGA-Verzeichnis des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet, allerdings sind mehr als die Hälfte von denen vorläufig aufgenommen.

Die meisten DiGAs sind für die mentale Gesundheit da.

(Bild: BfArM)

Vor allem die Anforderungen an den Datenschutz sowie der Nachweis, dass die App einen Mehrwert bietet, stellen die Hersteller vor Herausforderungen. Der Zulassungsweg und die Prüfung durch das BfArM stellt für viele eine Hürde dar, somit ist der Übergang in die Regelversorgung nicht leicht. Mitte 2023 sollen Daten aus den DiGAs in die elektronische Patientenakte (ePA) übermittelt werden.

Auch der McKinsey-Report kommt zu dem Schluss, dass das E-Rezept und die ePA nicht häufig genutzt werden. Erst kürzlich hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Opt-out-ePA angekündigt. Demnach soll die im Koalitionsvertrag verankerte ePA für alle noch bis Ende dieser Legislaturperiode kommen.

Während 2019 noch weniger als 3.000 Videosprechstunden durchgeführt wurden, betrug die Zahl laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) im ersten Halbjahr 2020 noch 1,4 Millionen – dem stehen rund 180 Millionen persönliche Arzt-Patienten-Kontakte gegenüber. Vor allem in der Psychotherapie zeigt sich laut KBV eine starke Zunahme des Einsatzes von Videosprechstunden. Im dritten Quartal 2020 ging die Zahl der Videosprechstunden allerdings deutlich zurück auf über 600.000 digital durchgeführte Sprechstunden. Insgesamt lag die Zahl für 2020 allerdings bei 2,67 Millionen. Auch im Jahr 2021 gab es im ersten Quartal 1,2 Millionen Videosprechstunden, allerdings ging die Zahl im dritten Quartal – ebenfalls nach dem Lockdown – ebenfalls auf rund 600.000 durchgeführte Online-Sprechstunden zurück. Demnach zeigt sich, dass Patienten den persönlichen Arztkontakt bevorzugen.

(mack)