eHealth: Elektronische Patientenakte für alle spätestens 2025

Die Gesellschafter der Gematik GmbH haben eine Opt-out-Variante der elektronischen Patientenakte verkündet. Wer sie nicht will, muss widersprechen.

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(Bild: Somkid Thongdee/Shutterstock.com)

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Von
  • Marie-Claire Koch

Die Gesellschafter der zukünftigen Gesundheitsagentur für Deutschland – der Gematik – haben an selbige einen Prüfauftrag für eine Opt-out-Variante für die elektronische Patientenakte (ePA) gestellt. Diese soll – wie im Koalitionsvertrag verankert und von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wiederholt gefordert – noch in dieser Legislaturperiode, bis 2025, kommen. Damit soll die ePA für alle Versicherten automatisch eingerichtet werden. Wer das nicht möchte, kann widersprechen. Die Gematik soll in diesem Zusammenhang vier Opt-Out-Dimensionen prüfen: "die Bereitstellung der Akte, der Zugriff auf die ePA, ihre Befüllung und die pseudonymisierte Datenweitergabe zu Forschungszwecken".

Letztere will die Gematik unter anderem zusammen mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz erarbeiten. Im Sommer 2023 sollen Patienten beispielsweise Daten für die Forschung aus der ePA freigeben können.

Weiterhin sieht der Beschluss eine Integration des elektronischen Medikationsplans (eMP) sowie der elektronischen Patientenkurzakte (ePKA) in die ePA vor. Mit der Opt-out-ePA wollen das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und die Gematik die relevanten Gesundheitsdaten aller Versicherten bündeln und die Patientensicherheit stärken. Sie soll laut Susanne Ozegwoski, Abteilungsleiterin für Digitales und Innovation vom BMG, "Kernbestandteil der Digitalisierungsstrategie" werden und Versorgungsprozesse verbessern, etwa durch die Vermeidung von mehrfachem Stellen gleicher Diagnosen durch verschiedene Ärzte.

Alle, die bereits über eine ePA verfügen, können diese weiter nutzen. Die Opt-out-Variante ersetzt die aktuellen Versionen und wird für Versicherte weiterentwickelt, so die Gematik. Derzeit verfügen laut Ozegwoski 0,7 Prozent in Deutschland über eine elektronische Patientenakte. Im Jahr 2025 sollen bereits 80 Prozent der Versicherten eine haben.

Update

Korrigiert, dass die Gesellschafter der Gematik das Opt-out für die elektronische Patientenakte nicht beschlossen haben.

(mack)