eID: Verimi liest Personalausweis per iPhone ein

Die ID-Plattform ermöglicht es nun auch iPhone-Nutzern, ihren Personalausweis mit der App zu hinterlegen und sich so online auszuweisen.

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(Bild: Verimi)

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Von
  • Leo Becker

Verimi will die Online-Nutzung des Personalausweises vereinfachen: Über die iOS-App lassen sich nun ebenfalls die Personalausweisdaten einspeisen, wie die Identitätsplattform mitteilte. Eingelesen werden sie über die NFC-Schnittstelle des iPhones, dafür ist ein Personalausweis mit Online-Funktion ("eID") und die PIN erforderlich. Die Daten sollen "sicher verschlüsselt" gespeichert werden. Für Nutzer älterer iPhones wird angeboten, die Perso-Daten per Video-Legitimation zu hinterlegen.

Dadurch soll nun das Gros der Smartphone-Nutzer in Deutschland technisch in der Lage sein, den Personalausweis online einzusetzen, für Android besteht die Funktion seit rund zwei Jahren. Mit der App lassen sich im Anschluss Online-Verwaltungsvorgänge durchführen ebenso wie Angebote aus der Privatwirtschaft nutzen, um etwa ein Bankkonto zu eröffnen, wie der Anbieter erläutert.

Zu den Verimi-Gesellschaftern gehören unter anderem die Allianz-Versicherungsgruppe, der Axel-Springer-Verlag, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Bundesdruckerei und Lufthansa. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) wird derzeit eine "Deutschland ID" entwickelt, die als übergreifender Standard für sichere digitale Identitäten zum Einsatz kommen soll.

Durch die Speicherung des Personalausweises bei Verimi sei es nicht mehr nötig, das Dokument für jeden Vorgang in die Nähe des Gerätes zu halten und jedes Mal seine PIN einzugeben, erläutert der Sprecher der Geschäftsführung. Die Vorgänge sollen sich per Fingerabdruck (Touch ID) oder Gesichtserkennung (Face ID) freigeben lassen.

Erst seit gut einem Jahr gibt es die AusweisApp2 des Bundes auch für iOS-Geräte. Grund für die Wartezeit war Apples Beschränkung der NFC-Schnittstelle in iPhones, die ursprünglich nur für den Bezahldienst Apple Pay zum Einsatz kam. Erst ab iOS 13 hat der iPhone-Konzern die Funkschnittstelle weiter geöffnet. Die eID-Funktion des Personalausweises im Scheckkartenformat ist seit Frühjahr 2017 generell aktiviert. Die erforderliche PIN erhält der Nutzer gewöhnlich von der Personalausweisbehörde.

[Update 12.11.2020 10:10 Uhr] Derzeit werden nur die kryptografischen Schlüssel lokal auf dem iPhone im Secure Element hinterlegt, die ID-Daten selbst liegen aber verschlüsselt in der Cloud, wie Verimi auf Nachfrage von heise online mitteilte – die Meldung wurde entsprechend korrigiert. Auf Geräten ohne Secure Element wird für die Speicherung der Schlüssel die Laufzeitumgebung "Trusted Execution Environment" (TEE) verwendet, so der Anbieter.

Geplant sei aber, dass die Daten auf Nutzerwunsch lokal auf dem Smartphone gespeichert werden, "insbesondere sobald der Optimos 2.0 Standard relevant im Markt verfügbar wird", ergänzte Verimi.

(lbe)