iCloud-Nutzerdaten: Wachsender Hunger bei Strafverfolgungsbehörden

In fast 4000 Fällen hat Apple im ersten Halbjahr 2021 persönliche iCloud-Daten an Behörden herausgegeben – ein neuer Rekord. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fehlt.

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Das Apple-Logo über einer gläsernen Etagere

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Leo Becker

Staatliche Anfragen zu iCloud- und Apple-Gerätedaten steigen weiter: Allein im ersten Halbjahr 2021 hat Apple weltweit knapp 12.600 Anfragen von Strafverfolgern zu Nutzerkonten respektive Apple-IDs erhalten. In 85 Prozent der Fälle seien dabei Daten herausgegeben worden, erläutert der Konzern in seinem jüngsten Transparenzbericht. Vor der Datenübermittlung wird jede Anfrage auf Rechtmäßigkeit geprüft, betonte Apple. Damit dürfte Apple im zurückliegenden Gesamtjahr 2021 erstmals deutlich mehr als 20.000 Anfragen protokollieren und damit die bisherige Höchstmarke übertreffen.

Die Auskunftsersuchen zu insgesamt gut 37.100 iCloud-/Apple-ID-Accounts sind teils nur an Basisdaten wie Name und Adresse interessiert, können aber auch auf die Herausgabe persönlicher bis sensibler iCloud-Daten pochen. Das reicht von Fotos über E-Mails, Adressbuch und Kalender bis hin zum kompletten iPhone-Backup, das standardmäßig in iCloud gespeichert wird – und weiterhin nicht per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt ist. Mit diesen Backups können Strafverfolger auch Zugriff auf iMessage-Kommunikation erhalten.

Laut Apples jüngstem Transparenzbericht hat das Unternehmen zu knapp 4.000 Anfragen dann auch solche persönlichen iCloud-Inhalte herausgerückt, auch das ist ein neuer Rekord. Auffällig ist weiterhin, dass diese Daten hauptsächlich an Behörden in Amerika gehen – gut 1.000 der Anfragen stammen aus Brasilien, fast der komplette Rest aus den USA. Auf Anfragen von deutschen Behörden hat Apple demnach nur in einem Fall iCloud-Inhalte übermittelt.

Wie schon in den Vorjahren sind deutsche Strafverfolgungsbehörden Spitzenreiter bei Anfragen zu Apple-Geräten, darunter Seriennummern und IMEIs, bei diesen Auskunftsersuchen gehe es vorrangig um Ermittlungen zu gestohlener Hardware, heißt es bei Apple. Dem Transparenzbericht zufolge hat Apple im ersten Halbjahr 2021 außerdem rund 120 Apps auf staatliche Anordnung aus dem App Store geworfen, hauptsächlich in China und Südkorea.

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(lbe)