iOS 13.7 verfügbar: Corona-Tracing direkt im Betriebssystem

Künftig können Gesundheitsbehörden die Kontaktverfolgung auch ohne eigene App auf dem iPhone implementieren. Google macht's ähnlich.

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Unter iOS heißt die Funktion "Exposure Notifications Express".

(Bild: Apple und Google)

Von
  • Ben Schwan

Apple und Google haben eine überarbeitete Version ihres Corona-Tracing-Frameworks vorgestellt, die Behörden die Entwicklung einer eigenen App erspart. Lokale Gesundheitsbehörden müssen stattdessen nur noch eine Konfigurationsdatei an Apple oder Google schicken, die zum Beispiel Informationen über Risikoeinschätzungen und das Verfahren bei möglicher Infektion beinhaltet. Das überarbeitete Framework generiert daraus dann selbst die Anwendung, die direkt ins OS integriert wird.

Bei Apple steht das Framework in der neuen iOS-Version 13.7 bereit, Google macht das Feature allen Android-Handys ab Version 6 zugänglich. In den USA wollen die Bundesstaaten Maryland, Nevada, Virginia sowie Washington, D.C das Feature als erste nutzen, europäische Regionen dürften folgen.

Die Nutzer werden in unterstützten Regionen gefragt, ob sie an der Nachverfolgung teilnehmen wollen. Bestehende Corona-Warn-Apps werden weiterhin funktionieren, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten. Die neue Methode soll zu einer schnelleren Verbreitung der Kontaktverfolgung führen, da künftig nicht mehr jedes Land und jede Behörde eine eigene App entwickeln muss. Schon zuvor verwendeten Corona-Warn-Apps in iOS und Android integrierte Funktionen, allerdings war zum Auslesen stets eine App notwendig.

Die Technologie soll helfen, die Coronavirus-Ausbreitung zu stoppen, indem Nutzer gewarnt werden, wenn sie sich neben einer infizierten Person aufhielten. Smartphones, auf denen die Funktion aktiviert wurde, tauschen untereinander Bluetooth-Schlüssel aus. Nach aktuellen Vorgaben der Gesundheitsbehörden gibt es eine Warnung, wenn sich herausstellt, dass man sich 15 Minuten lang in der Nähe eines Infizierten aufhielt.

Die Dauer und die Entfernung können von den Behörden angepasst werden. Ein Erfolg der Apps hängt auch davon ab, dass Nutzer ihre positiven Ergebnisse einer Corona-App in der App teilen. Der Abgleich der Schlüssel wird dabei nur auf den Smartphones durchgeführt, um den Datenschutz zu gewährleisten.

iOS 13.7 enthält nun einen entsprechenden Schalter, um die Kontaktverfolgung betriebssystemweit zu aktivieren. Er befindet sich in den Einstellungen. Die Funktion warnt auch automatisch, sobald es eine passende App in der Region des Nutzers gibt – diejenigen, die über die Express-Funktion verfügen, werden dann ebenfalls sichtbar. Es gilt weiterhin ein Opt-in – nur auf Wunsch nimmt man an der Kontaktverfolgung teil. Das soll auch für den neuen "Reisestatus" gelten, der das System über Reisen informiert, um grenzüberschreitende Warnungen vor Corona-Kontakten zu ermöglichen. Die Aktivierung des Reisestatus könne die normal zuständige Gesundheitsbehörde "veranlassen, Schlüssel mit den Gesundheitsbehörden anderer Regionen zu teilen oder von diesen herunterzuladen", so Apple.

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iPadOS 13.7 steht ebenfalls zum Download bereit. Welche neuen Funktionen hier enthalten sind, wurde noch nicht kommuniziert – vermutlich sind es Bugfixes. Sicherheitsrelevante Fehlerbereinigungen wurden offenbar nicht vorgenommen – auch in iOS 13.7 nicht. (mit Material der dpa) /

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(bsc)