iOS 14.4: Apple warnt vor Austauschkameras

Bei Akkus und Bildschirmen, die nicht vom Hersteller stammen, meckert das iPhone bereits. Bald gilt das auch für die Bildsensorik, wie die jüngste Beta zeigt.

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Kameramodul von Apple – hier bei der iPhone-12-Reihe.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Nutzer reparierter iPhones, in denen Austauschkomponenten stecken, die nicht von Apple selbst stammen, müssen künftig mit einer weiteren Warnmeldung leben. Nach Third-Party-Akkus und Third-Party-Bildschirmen hat Apple in iOS 14.4, das aktuell als zweite Beta verfügbar ist, auch eine Überprüfung des Kameramoduls integriert.

Handelt es sich bei dem Kameramodul nicht um "Genuine Apple Components", kommt eine entsprechende Benachrichtigung. Es sei "nicht zu überprüfen, ob es sich um eine echte Apple-Kamera in diesem iPhone handelt", heißt es darin, wie MacRumors berichtet.

Viele – vermutlich die meisten – Reparaturbetriebe, die von Apple nicht offiziell zugelassen sind, verwenden Aftermarket-Komponenten oder aufbereitete Hardware, die nicht mit dem jeweiligen iPhone "verheiratet" ist. Entsprechend scheitert die Verifizierung durch iOS.

Direkte Auswirkungen hat dies zumeist nicht, Nutzern wird so aber Druck gemacht, offizielle Reparaturkanäle zu verwenden. Beim Austausch sicherheitsrelevanter Komponenten gab es in der Vergangenheit zudem durchaus Probleme und auch manche Austauschdisplays verfügten nicht über alle Funktionen.

Laut dem Bericht sorgt die Kamera-Warnung nicht dafür, dass das Modul ausfällt, Fotos und Videos können weiterhin aufgenommen werden. Es sei davon auszugehen, dass Apple künftig auf ein Supportdokument verlinkt, in dem die Wichtigkeit der Verwendung offizieller Reparaturdienstleister unterstrichen wird. Allerdings wird deren Arbeit nach Ablauf der Gewährleistung schnell teuer – manch älteres iPhone ist zudem bereits aus der Unterstützung gefallen.

Nach Angaben der Reparaturexperten von iFixIt ist Apple mittlerweile dazu übergegangen, spezielle Apps zu verwenden, die autorisierte Reparaturbetriebe einsetzen müssen, um neue Komponenten zu "konfigurieren".

Über die Programme verfügen freie Werkstätten natürlich nicht. Apple erschwert damit das "Right to Repair". Der Konzern hatte allerdings kürzlich ein Ersatzteilprogramm für kleine Reparateure aufgelegt. (bsc)