iOS 14: Designer fühlt sich von Apple beklaut

Jay Machalani schuf schon 2014 einen Look für das Betriebssystem, der Apples Redesign sehr nahe kommt. Dabei geht es um die neuen Widgets.

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(Bild: Jay Machalani via Input)

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Zu den Neuerungen in iOS 14 zählt ein komplett überarbeiteter Heim-Bildschirm für das iPhone. Dieser lässt erstmals auch Widgets direkt neben den Icons zu. Ein User-Experience- und User-Interface-Designer aus Kanada behauptet nun, dass sich Apple hierfür bei ihm bedient hat – beziehungsweise einem bereits 2014 veröffentlichten Konzeptpapier, wie man den Homescreen aufmotzen könnte.

Tatsächlich gleicht das Design von Jay Machalani Apples Umsetzung sehr. So hatte er etwa vorgeschlagen, die Widgets in verschiedenen Größen sowie eckiger Form direkt zwischen den regulären Icons zu platzieren. Der neue Look, den der Gestalter in Adobe Fireworks CS6 beziehungsweise Adobe After Effects CC als Demonstration umgesetzt hatte, kam vor sechs Jahren gut an – so berichteten bekannte Technikblogs über das "bemerkenswerte iOS-8-Concept", das den Homescreen "neu erfindet".

Machalani kommentierte gegenüber Input, er habe laut aufgelacht, als er iOS 14 sah. Von Apple sei das nun "offiziell die große Revolution". Schon vor sechs Jahren hätte der Heim-Bildschirm des iPhone eine Überarbeitung verdient, meint er, die Umsetzung jetzt kommt also "besser spät als nie, sage ich mal".

iOS14 (11 Bilder)

Craig Federighi präsentiert die Neuerungen in iOS 14.

Natürlich kann es auch sein, dass Apple sich nicht von dem kanadischen Designer inspirieren ließ. Schließlich kommen ähnliche Erfindungen an unterschiedlichen Orten dauernd vor. Tatsächlich ist der Look, den Apple nun verwendet, naheliegend für Widgets, die direkt auf dem Homescreen platziert werden. Allerdings ähneln sich die beiden Varianten doch sehr – etwa das Wetter-Widget.

Zwischenzeitlich sollen Jailbreaker versucht haben, Machalanis Design zu implementieren. Der Gestalter ist auf Apple nicht sauer, Geld wolle er ebenso nicht wie "Fame". "Ich wäre erfreut, wenn Apple meine Expertise wünscht", egal ob "per E-Mail oder unter NDA in einem dunklen Raum irgendwo im Hauptquartier". Es gehe ihm nur um "bessere Technik, bessere Werkzeuge, besseren Wettbewerb und besser UX/UI". Apple könne ihm aber schon mal Hallo sagen, so Machalani. (bsc)