iOS 14: Entwickler genervt von kurzer Vorlaufzeit

Einen Tag nach der Keynote hat Apple seine Mobilbetriebssysteme plus tvOS aktualisiert. Developer mussten sehr flott neue Versionen einreichen.

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iPhone mit iOS 14.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple sorgt derzeit bei seinen Entwicklern für höchst genervte Blicke. Nur einen einzigen Tag hat der iPhone-Hersteller ihnen Zeit gelassen, sich auf die Veröffentlichung von iOS 14 einzustellen. Das ist höchst ungewöhnlich, denn normalerweise vergeht zwischen dem Release des Golden Master und der tatsächlichen Verfügbarmachung der Finalversion mindestens eine Woche. Da Apple im GM häufig noch wichtige Änderungen vornimmt, hatten die Developer quasi keine Chance, ihren Code gegebenenfalls anzupassen – 24 Stunden sind dafür eine viel zu kurze Zeit.

Apple hatte am Dienstag auf seiner Keynote die Verfügbarkeit bereits für den nachfolgenden Mittwoch angekündigt und am Abend mitteleuropäischer Zeit dann auch die GM-Version publiziert. Dann erschien am Mittwochabend auch gleich die öffentliche Version. Das bedeutete auch, dass das Golden Master kaum durchgetestet werden konnte. Die Problematik betrifft nicht nur iOS 14, sondern auch iPadOS 14, tvOS 14 sowie watchOS 7. Bei watchOS 7 wurden in der GM sogar noch zuvor unbekannte Funktionen integriert.

Zusammen mit der Verfügbarmachung der GM-Versionen hatte Apple seine Entwickler gebeten, Apps für iOS 14 & Co. für den App Store einzureichen. Auch das war ein wesentlich zu kurzer Vorlauf, Developer wie App-Store-Besatzung mussten massiv Überstunden schieben. Für User bedeutet Apples Vorgehen vor allem, dass sie mit ungefixten Bugs – oder fehlerhaften Anpassungen von Apps an iOS 14, iPadOS 14, tvOS 14 und watchOS 7 – rechnen müssen. Developer dürften schnell reagieren und Updates nachreichen, aber das geht eben nicht von heute auf morgen.

Allerdings sind all diese Scherereien von Apple selbst induziert. Wieso der Konzern nicht die übliche einwöchige Wartezeit zwischen GM und Finalversion einhielt, ist völlig unklar. Auf Twitter machten viele Entwickler ihrem Ärger Luft: "Ein großes WTF an Apple", schriebt etwa der bekannte Entwickler und Leak-Experte Steve Troughton-Smith am Abend der Keynote. "Apple schickt iOS 14 morgen raus ohne den Entwicklern vorher Bescheid zu geben."

Selbst die notwendingen Tools zum Übertragen der Apps an den App Store fehlten zunächst. Der unabhängige Entwickler @domzy meinte unter Hinweis auf das Keynote-Motto "Time flies": "Die Zeit verfliegt wenn Du keine Ahnung hast, dass Du App-Updates für iOS 14 vorlegen musst." Ein anderer Twitterer meinte, das Vorgehen "passe genau zu Apple im Jahr 2020".

Alle Infos zu iOS 14 & Co. lesen Sie im aktuellen Mac & i Heft 4/2020.

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(bsc)