iOS 14: Private WLAN-Adressen können für Probleme sorgen

iOS 14 sattelt iPhones automatisch auf zufällige MAC-Adressen um. Das führt in Heim- und Firmennetzen unter Umständen zu Verbindungsstörungen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 396 Beiträge

(Bild: dpa, Jan Woitas)

Update
Von
  • Leo Becker

Eine Neuerung von iOS 14 kann zu WLAN-Problemen führen: Das Betriebssystem richtet automatisch für jedes verbundene WLAN (respektive jede SSID) eine eigene, zufällige MAC-Adresse ein In Netzwerken, die auf MAC-Adressen basierende Funktionen nutzen, kann es dadurch zu Verbindungsproblemen kommen.

Das betrifft – je nach Konfiguration – heimische WLANs, sorgt aber insbesondere auch in großen Netzwerken von Unternehmen oder Bildungseinrichtungen möglicherweise für Probleme, wie etwa der Netzwerkspezialist Cisco warnt: Das Netzwerkverwaltungs-Tool Identity Services Engine funktioniere dadurch nicht mehr richtig und bei den betroffenen Geräten für eine Störung der Verbindung – etwa bei iPhones, die der Mitarbeiter selbst stellt (BYOD) oder auch im Zusammenspiel mit Mobile Device Management (MDM).

Als besonders problematisch erweist sich in diesem Zusammenhang, dass beim Upgrade auf iOS 14 auch allen dem Gerät bereits bekannten SSIDs eine "private WLAN-Adresse" zugewiesen wird. Darin unterscheiden sich iOS 14 und iPadOS 14 von Android 10, wie Cisco anmerkt. Auch Googles Smartphone-Betriebssystem setzt inzwischen zwar auf zufällige MAC-Adressen, aber nur für neue WLAN-Verbindungen. Die Konfiguration bereits gespeicherte SSIDs wird durch das Betriebssystem-Update nicht geändert.

Die private WLAN-Adresse verhindert, dass die physische MAC-Adresse des iPhones oder iPads preisgegeben wird. Das soll ein Tracking beispielsweise in öffentlichen WLANs oder über mehrere WLANs eines Anbieters hinweg erschweren respektive verhindern.

iOS setzt bereits seit längerem auf eine Randomisierung von MAC-Adressen, allerdings kam das bislang nur zum Einsatz, solange das Funkmodul nach bekannten SSIDs in der Umgebung sucht – aber nicht mehr, sobald eine Verbindung zu einem WLAN hergestellt wurde.

Lesen Sie auch

Eine großflächige Lösung gibt es bislang nicht, um die durch die wechselnden MAC-Adressen entstehenden Probleme in Firmennetzen schnell auszuräumen, schreibt Cisco, nennt aber mehrere Workarounds für Kunden. Nutzer können die private WLAN-Adresse für jedes verbundene WLAN einzeln in den Einstellungen deaktivieren.

[Update 22.9.2020 12:20 Uhr] Die private für jede SSID vergebene MAC-Adresse ist einzigartig und statisch, wie Apple nach der Veröffentlichung von iOS 14 in einem Support-Dokument mitteilte. Der ursprünglich vom Hersteller angekündigte Wechsel der privaten WLAN-Adressen nach jeweils 24 Stunden erfolgt in der finalen Fassung von iOS 14 also nicht mehr – die Meldung wurde entsprechend angepasst. Neben iOS und iPadOS 14 setzt auch watchOS 7 auf private WLAN-Adressen. Die randomisierten MAC-Adressen werden erst geändert, wenn man die Netzwerkeinstellungen von iOS zurücksetzt – oder alle Inhalte und Einstellungen des Gerätes löscht, merkt Apple an.

tipps+tricks zum Thema:

(lbe)