iOS 14: Wie Apples unveröffentlichtes Betriebssystem leakte

Eine frühe Vorabversion der neuen iPhone-Software von Dezember 2019 soll entfleucht sein – offenbar auf einem gerooteten Gerät.

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iOS 14: Wie Apples unveröffentlichtes Betriebssystem leakte

Strings aus iOS 14.

(Bild: Screenshot: Motherboard)

Von
  • Ben Schwan

Das gab es noch nie: Schon vor Monaten ist eine Vorabversion von iOS 14 in der Hacker- und Leakerszene aufgetaucht. Seither gibt es immer wieder frische Details aus dem Code des erst für Herbst offiziell geplanten neuen Mobilbetriebssystems fürs iPhone.

Wie genau die Entwicklervariante ins Netz entfleuchen konnte, war bislang nicht bekannt. Das IT-Blog Motherboard meldet nun unter Berufung auf mit der Situation vertraute Quellen, dass es schon im Dezember 2019 zu dem Leak gekommen sein könnte; zumindest datiert das Betriebssystem auf diesen Zeitraum. Spätestens im Februar verbreitete sich die Software im Netz.

Offenbar gelang es Quellen aus der Jailbreaking-Gemeinde zufolge damals, ein iPhone 11 zu erhalten, auf dem iOS 14 bereits lief. Es war eigentlich für Apple-Entwickler vorgesehen. Ursprung sei China gewesen, wo Verkäufer es für "Tausende Dollar" angeboten hätten. Anschließend sei der interne Build von iOS 14 von dem iPhone 11 extrahiert und unter Jailbreaking-Experten sowie Sicherheitsforschern verteilt worden.

Das iPhone 11, auf dem iOS 14 aufgespielt war, soll vermutlich gerootet gewesen sein, so ein Hacker gegenüber Motherboard. Dies machte es einfach, das Betriebssystem zu entnehmen. "Das macht es einfach, eine buchstäbliche Kopie zu ziehen". Es sei "das allererste Mal" gewesen, dass eine iOS-Version so viele Monate im Voraus geleakt worden sei.

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Apples aktueller Terminplan sieht vor, iOS 14 am 22. Juni auf dem – diesmal virtuell abgehaltenen – Entwicklertreffen World Wide Developer Conference (WWDC) vorzustellen. Daraufhin wäre dann sogleich eine Entwickler- und später eine Public-Beta publiziert worden. Beide sind jeweils um Details zu neuen Produkten bereinigt, was bei der sechs Monate zu früh entfleuchten internen Version natürlich nicht der Fall gewesen ist.

All das erinnert an Leaks aus dem Jahr 2017, als vorab Details zu iPhone X und 8 durchgesickert waren, die Apple über eine iOS-11-GM-Version versehentlich selbst ins Netz entkommen entließ. Doch damals war nicht gleich ein interner Build ein halbes Jahr im Voraus entkommen, was die aktuelle Affäre signifikant schlimmer macht.

Laut Motherboard könnte der geleakte iOS-14-Code auch dazu führen, dass Apple mit neuen Sicherheitsproblemen konfrontiert wird. Sicherheitsexperten aus aller Welt – auch solche, die Lücken nicht an den Konzern melden und diese etwa an Regierungen verkaufen – sind demnach dabei, den Code zu analysieren und auf Bugs abzuklopfen.

"Der Scheiß ist wild", kommentierte der bekannte iOS-Security-Experte Will Strafach. Ein anderer Beoabachter der Szene, Ryan Duff von SIXGEN, meinte, man bekomme so "deutlich mehr Informationen über ein kommendes iOS als wir sie sonst haben". (bsc)