iOS 15 löscht Blendenflecke automatisch

Die Kamera-App bekommt eine neue Bildbearbeitungsfunktion: Sie tilgt unter bestimmten Umständen den Lens-Flare-Effekt.

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Lens Flare extrem: Hier würde Apples Kamera-App hoffentlich milder vorgehen.

(Bild: Nexus 6 / Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Manche Fotografen lieben ihn, andere wünschen sich eine Zeit zurück, in dem er nicht in scheinbar jedem dritten Bild vorkommt: der Lens-Flare-Effekt – zu Deutsch Blendenflecke – ist nicht unumstritten. Das helle Bild der Lichtquelle in Form der Irisblende, das durch Reflexionen an einer oder mehreren Linsen im Objektiv entsteht, will Apple künftig automatisch aus Aufnahmen tilgen – zumindest in ganz bestimmten Fällen. Die neue Funktion soll Teil von iOS 15 sein, berichten Betatester und die Macher einer Foto-App.

Dabei scheint Apple allerdings relativ mild vorzugehen. Es geht dem Konzern offenbar vor allem um das sogenannte Green-Orb-Problem ("Grüne-Kugel-Fehler"), bei dem Blendenflecke zur Abbildung kleiner runder grüner Bereiche führen. Technisch scheint Apple dazu an der Arbeit des Bildsignalprozessors (Image Signal Processor, ISP) Veränderungen vorgenommen zu haben. Alternativ könnte sich der Konzern auch Künstlicher Intelligenz bedienen, um Lense Flare zu tilgen.

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Apple hat selbst bislang keine Angaben zu der neuen Funktion gemacht und sie auch nicht spezifisch angekündigt. Es scheint auch keinen Weg zu geben, sie abzuschalten. Ein User auf Reddit berichtet davon, er habe zunächst angenommen, sich ein Bild mit Lens Flare "ruiniert" zu haben, weil er den Effekt in der Vorschau gesehen hatte. Nach Überprüfung des gespeicherten Originalbildes zeigte sich aber, dass das Bild korrigiert war: "Das Post Processing ist jetzt smart genug, Blendenflecke zu entfernen!"

Die Kamera-App im iPhone bekommt immer mehr Funktionen, um die Bildqualität zu steigern. Nicht immer ist das erwünscht – so werden Nachtaufnahmen manchmal deutlich heller, als es im Umfeld tatsächlich ist. Selfie-Aufnahmen hatte Apple zwischenzeitlich aufgrund eines Bugs weichgezeichnet.

Die KI in der Kamera-App sowie die Technik des ISP macht Aufnahmen damit unnatürlicher – auch wenn sie besser aussehen. Profis greifen daher mittlerweile gerne zu alternativen Programmen, die dem Fotografen mehr Möglichkeiten bei der Bildkomposition lassen. (bsc)