iOS 16: Großer Nerv mit Copy & Paste

Apple hat in iOS 16 eine neue Datenschutzfunktion eingebaut, um das Kopieren der Zwischenablage durch Apps zu verhindern. Doch die praktische Umsetzung nervt.

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(Bild: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock)

Von
  • Ben Schwan

Schon seit über zwei Jahren ist bekannt, dass sich manche Apps Daten aus der iOS-Zwischenablage klauen, was mittlerweile sogar zu ersten Klagen von Nutzern in den USA geführt hat. Apple reagierte, indem der Konzern Nutzer bereits in iOS 15 warnte, wenn Apps dies tun. Mit iOS 16 wurde die Schutzfunktion noch einmal nachgeschärft – allerdings derart aggressiv, dass sie das Nutzungserlebnis deutlich stören kann.

So erscheint nun bei jedem einzelnen Einfügen eines Inhalts die Abfrage, ob man dies erlauben möchte. Dabei werden jeweils die App, von der der Inhalt stammt, sowie die Zielanwendung genannt. Die Idee dabei ist eigentlich gut: Früher gab es nur eine Warnung und man konnte dann nur reagieren, indem man die App nicht weiter verwendete. Nun kann man das Einfügen explizit verbieten.

Apple ist hier aber übervorsichtig: So kommt der Dialog sogar, wenn man von Apple-App zu Apple-App kopiert, beispielsweise von Safari in die Nachrichten-App. Es gibt zudem aktuell keinen Weg, diese auf Englisch "Paste Permissions" genannten Erlaubnisse ein für alle Mal festzuschreiben. Ein entsprechender Eintrag fehlt in den Systemeinstellungen des iPhone. Man wird also ständig mit dem Dialog konfrontiert, was manchen User schon an die endlosen Warndialoge in Windows Vista gemahnte.

Das Feature ist bereits seit iOS 16 Beta 1 Bestandteil des Betriebssystems; dennoch wurde es beibehalten. Es gibt Nutzern mehr Kontrolle, führt aber in der Praxis auch dazu, dass man von dem Dialog schnell genervt ist – und ihn immer wieder wegklickt. Es ist unklar, ob das dauerhafte Auftauchen nicht auch mit einem Bug zu tun hat oder es wirklich alle User betrifft. Ein Senior Manager von Apple, Ron Huang, gab einem entnervten Nutzer, der an CEO Tim Cook und Softwarechef Craig Federighi geschrieben hatte, per E-Mail zu Protokoll, dass es sich bei den nun auftauchenden Dauerdialogen "abolut nicht um ein erwartetes Verhalten" handele. "Wir werden dem auf den Grund gehen." Der User sei "nicht der einzige", der darüber klagt.

Bei Apple selbst hat man das Problem also auf dem Schirm. Laut einem Bericht des Wall Street Journal könnte es bereits zeitnah ein Update geben, das auch "unerwünschte Kopieren-und-Einfügen-Warnungen", die in Apps erscheinen, beheben soll. Apple könnte das Problem grundsätzlich recht leicht durch eine neue Sicherheitseinstellung pro App lösen; dann könnte man etwa Systemprogrammen dauerhaft die Genehmigung erteilen, Inhalte von App zu App zu kopieren.

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(bsc)