iOS 16: Werber befürchten neue Anti-Tracking-Funktionen

Trotz Apples Verbot tracken viele Apps ihre Nutzer weiterhin ohne Einwilligung, heißt es in der Branche. Nun werden technische Gegenmaßnahmen erwartet.

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(Bild: Twin Design/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Die Werbebranche erwartet umfassendere Anti-Tracking-Funktionen in iOS 16. Viele Apps würden sich nicht an Apples im Jahr 2021 eingeführtes Verbot für heimliches Tracking halten, heißt es unter App-Anbietern, besonders Fingerprinting habe sich in den vergangenen 12 Monaten weithin als Workaround verbreitet.

Seit genau einem Jahr unterbindet Apple den Zugriff auf die in das Betriebssystem integrierte Werbe-ID (IDFA) technisch, Apps können diese nur noch mit Zustimmung des Nutzers auslesen, die wohl oft nicht erteilt wird. Der Konzern untersagt seitdem auch Fingerprinting und andere Methoden, um einzelne Nutzer über Anbieter hinweg identifizieren zu können. Das ist jedoch eine rein vertragliche Verpflichtung, Verstöße scheinen in der Praxis kaum geahndet zu werden.

In der Branche sei man sich uneins, warum Apple das Fingerprinting-Verbot bislang nicht durchsetzt, berichtet das Magazin Digiday. Manche Werber glauben, Apple fürchte bei einem harten Vorgehen weitere Prüfungen durch Regulierungsbehörden, andere rechnen damit, dass eine technische Lösung angestrebt wird.

Als ein Kandidat gilt Apples Privat-Relay, das bereits DNS-Anfragen verschlüsselt sowie die IP-Adresse des Nutzers vor den aufgerufenen Webseiten verbirgt. Der Dienst ist aber kostenpflichtig, deckt hauptsächlich den Browser Safari ab und wird derzeit nicht standardmäßig aktiviert.

Zugleich verschleiert Safari in iOS 15 aber auch ohne kostenpflichtiges iCloud-Plus-Abonnement die IP-Adresse gegenüber bekannten Werbe-Trackern. Eine derartige Anti-Tracking-Funktion könnte Apple künftig auf Apps ausdehnen. Möglicherweise schwebt Apple ähnlich wie Google eine eigene Sandbox für die häufig in Apps integrierten Werbe- und Analyse-SDKs vor, die diese schärfer kontrolliert und abschottet. Eine Studie dokumentierte jüngst, dass solche Tracking-SDKs in Apps unverändert weit verbreitet sind. Apple dürfte iOS 16 auf der WWDC Anfang Juni vorstellen, die neue Version des Betriebssystems erscheint gewöhnlich im September.

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(lbe)