iOS-Apps auf ARM-Macs: Apple will Sideloading wohl blockieren

Vom Entwickler nicht für macOS freigegebene iPhone-Apps lassen sich über einen kleinen Umweg doch auf ARM-Macs bringen. Das könnte Apple bald stoppen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 90 Beiträge

Eine iOS-App auf dem Mac – längst nicht alle Apps sind vom Entwickler freigegeben.

Von
  • Leo Becker

Apple scheint das Sideloading von iOS-Apps auf ARM-Macs ein Dorn im Auge: Code in der neuesten Vorabversion von macOS Big Sur 11.2 deutet an, dass Apple einen beliebten Workaround blockieren will, der es bislang ermöglicht, auch solche iPhone- und iPad-Apps auf Macs zu installieren, deren Entwickler der Bereitstellung ihrer Software unter macOS gegenüber Apple widersprochen haben.

In Schnittstellen rund um DRM-Funktionen des Betriebssystems ist in der Beta 2 von macOS 11.2 offenbar neuer Code zu finden: Ein ergänzter Warnhinweis informiere darüber, dass eine App nicht installiert werden kann, weil "der Entwickler die Ausführung auf dieser Plattform nicht vorgesehen hat", wie 9to5Mac aus dem Code zitiert. Derzeit ist es in der Beta 2 von macOS 11.2 allerdings weiterhin möglich, beliebige iOS-Apps per Sideloading auf den Mac zu bringen.

Auf Macs mit Apples M1-Chip lassen sich erstmals iOS-Apps nativ ausführen. Der Download ist direkt in Apples Mac App Store möglich, die Programme erscheinen dort aber nur, wenn der Entwickler dem nicht widerspricht. Seit längerem wird vermutet, dass Apple einschreiten will, eine konkrete Ankündigung gab es bislang nicht.

Viele große App-Anbieter und Dienste haben ihre Apps für macOS gesperrt, darunter etwa Instagram, Netflix und Gmail. Oft dürfte das gute Gründe haben, immerhin sind diese iOS-Versionen in keiner Weise für Macs angepasst und lassen sich unter Umständen nur schwer mit Maus und Tastatur bedienen, funktionieren vielleicht nicht richtig oder stürzen möglicherweise auch einfach ab.

Lesen Sie auch

Andere App-Anbieter dürften aus vielfältigen Gründen bevorzugen, wenn ihre Dienste auf Macs im Browser genutzt werden. Allerdings kann es für den Nutzer durchaus von Vorteil sein, eine iOS-App auf dem Mac einzusetzen, wenn diese bestimmte Vorteile bietet – sei es die Möglichkeit zum Download von Videos oder Kartenmaterial für die Offline-Nutzung oder auch einfach eine Bedienoberfläche, die man gegenüber der Web-App bevorzugt.

Erste Käufer der M1-Macs stellten im vergangenen November schnell fest, dass bereits auf iPhones und iPads heruntergeladene Apps sich einfach als .ipa-Dateien auch auf den ARM-Macs installieren und ausführen lassen. Das Extrahieren der .ipa-Dateien ist etwa mit Hilfe von Tools wie iMazing möglich.

(lbe)