iPad-Produktion könnte nach Indien kommen

Apple verhandelt derzeit mit der Regierung des Subkontinents über Subventionen. Mittlerweile werden in Indien nicht mehr nur ältere Geräte montiert.

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Straßenszene in Mumbai.

(Bild: Atharva Tulsi on Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Indien könnte, wenn es nach Apple geht, zum zweit- oder drittwichtigsten Produktionsstandort nach China und Vietnam werden. Nachdem der iPhone-Konzern durch Auftragsfertiger auf dem Subkontinent bislang vor allem ältere Geräte produzieren ließ, um die lokale Nachfrage zu befriedigen, sollen künftig auch neuere Modelle hergestellt werden – sowie erstmals auch iPads. Dies berichten lokale Medien sowie die Nachrichtenagentur Reuters.

Deren jüngstem Bericht zufolge hat Apple damit begonnen, Lobbyarbeit zu leisten, um Teil eines neuen Regierungsprogramms zu werden, mit dem die lokale Herstellung von Computerprodukten angekurbelt werden soll. Quellen aus Behörden- und Industriekreisen ist Apple am sogenannten "performance-linked incentive"-System (PLI) interessiert, bei dem exportierende Unternehmen über fünf Jahre Geld zurückerhalten sollen, wenn sie in Indien produzieren. Es stünde fast eine Milliarde US-Dollar zur Verfügung. 2020 hatte der Subkontinent bereits ein ähnliches Smartphone-Programm aufgelegt, das einen Umfang von 6,7 Milliarden Dollar hatte.

Apple wünscht sich, dass die Summe für die Computerexporte noch deutlich erhöht wird – bis zum 2,8-fachen. Damit sollen Lieferkettennachteile ausgeglichen werden. Während der Konzern in China leicht und zollfrei sofort an seine Komponenten gelangt, müssen diese nach Indien zumeist importiert werden. Apple plant allerdings, auch Lieferanten ins Land zu holen. Im August gab es bereits die Meldung, dass Apple über seinen Fertiger Wistron 10.000 Jobs in einer neuen Fabrik schaffen will, wo dann auch das iPhone 12 produziert werden könnte. Informationen, wo der iPad-Standort sein könnte, gibt es aktuell noch nicht.

Das taiwanische Elektronikfachblatt DigiTimes berichtet unterdessen, dass Pegatron, ein weiterer Apple-Fertiger, 14,2 Millionen Dollar zum Aufkauf von Land für eine Fabrik in Channai ausgegeben habe. Hier sollten vor allem iPhones entstehen, ein Produktionsbeginn sei bereits für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant. Bis zu 14.000 Menschen könnten hier arbeiten. Schon 2020 hatte die indische Tochter von Pegatron 150 Millionen Dollar für ein erstes iPhone-Werk in die Hand genommen. Dort kam es im Dezember allerdings zu Konflikten mit den Arbeitnehmern, weil es im Herbst zu Verzögerungen bei den Lohnzahlungen gekommen sein soll.

(bsc)