iPhone 12 Pro Max von Innen: Neuer Akku, gefährdeter Rücken

Ein Teardown von Apples größtem Smartphone aller Zeiten zeigt einige Besonderheiten.

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(Bild: iFixIt)

Von
  • Ben Schwan

Stattliche 160,8 mal 78,1 mm ist das neue iPhone 12 Pro Max groß – noch nie hat sich Apple für ein Smartphone so viel Platz genommen. Gleiches gilt für den OLED-Screen: Auch die integrierten 6,7 Zoll Bilddiagonale gab es bei dem Konzern noch nie.

Da fragt man sich, was Apple mit all der Fläche – das Gesamtgewicht steigt gegenüber dem iPhone 11 Pro Max übrigens nur leicht auf 228 g – anstellt. Ein erster Teardown des Reparaturspezialisten iFixIt verrät dies nun.

Grundsätzlich entspricht die Hardware der anderer Modelle aus der 12er Familie. Der MagSafe-Ring für die kontaktlose Aufladung wirkt angesichts des riesigen Gehäuses jedoch fast klein – ins 12 mini passt dieser gar nicht komplett rein. Der Akku – er kommt auf 14,13 Wattstunden – ist L-förmig im Gehäuse untergebracht. Zum Vergleich: Beim 11 Pro Max von 2019 hatte dieser ebenfalls den Formfaktor, kam jedoch auf 15,04 Wattstunden. Wie üblich halten Klebetabs die Batterie an ihrem Platz.

Bei der Hauptplatine stellte iFixIt eine weitere Miniaturisierung fest. Der SIM-Kartenleser ist diskret ausgeführt. Die Komponenten bieten kaum Überraschungen. Es ist ein X55-5G-Modem von Qualcomm samt SDR865-Transceiver für LTE und 5G verbaut. Der Powermanagement-IC kommt von ST Microelectronics (STB601A). Für das Bluetooth-plus-WLAN-Modul griff Apple offenbar nicht zu Broadcom, sondern zu USI (339S00761). Für das nur in den US-Modellen verwendete mmWave-Front-End kommt Technik von Murata zum Einsatz (1XR-482).

Beeindruckt hat iFixIt das neue Kameramodul. Es kommt mit einer LIDAR-Einheit und einem fetten Primärsensor. Dieser ist 47 Prozent größer als beim iPhone 12. Sensor-Shift-Image-Stabilisierung sorgt für scharfe Aufnahmen. Bei der Taptic Engine, dem Vibrationsmodul, entdeckte iFixIt ein bislang noch nicht bekanntes Kunststoffmodul als "Seitenwagen" – welcher Funktion es dienst, bleibt unklar. Möglicherweise soll es den Akku an seinem Platz halten.

Alles in allem fällt das iPhone 12 Pro Max relativ reparierbar aus. iFixIt gab ihm hierfür 6 von 10 möglichen Punkten. Bildschirm und Akku lassen sich recht einfach ersetzen, die meisten anderen Komponenten seien ebenfalls "relativ modular und austauschbar". Wie üblich nutzt Apple jede Menge "seltene" Schraubenarten, weshalb man ein passendes Dreherset braucht. Klammern, die sich wiederverwenden lassen, werden offenbar häufiger verwendet als Kleber. Die Wasserdichtigkeit muss von Servicekräften dennoch später wiederhergestellt werden, was nicht ganz einfach ist. Sehr negativ laut iFixIt: Der Glasrücken des iPhone 12 Pro Max ist durch Fallunglücke akut bruchgefährdet, wenn man dem Gerät keine Hülle spendiert – und dann muss das ganze Gehäuse getauscht werden. (bsc)