iPhone 14 Plus eher weniger nachgefragt

Auch jetzt noch erhält man das bislang größte Standard-iPhone ohne Lieferverzögerung. Hat Apple sich beim 14 Plus verkalikuliert?

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Das iPhone 14 Plus (links) mit dem iPhone 14.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Wenn neue iPhones gut bei der Kundschaft ankommen, kann man das üblicherweise gleich erkennen: Die Geräte sind dann beim Vorbestellungsstart innerhalb weniger Stunden – manchmal sogar weniger Minuten – nicht mehr zum offiziellen Verkaufstermin zu haben, erreichen die Käufer deshalb erst mehrere Wochen später. Wirft man derzeit einen Blick in Apples offiziellen Online-Laden, kann man beim iPhone 14 Plus eine interessante Beobachtung machen: Auch jetzt noch, Tage nach dem Preorder-Beginn am Freitag, sollen alle Varianten den Käufer pünktlich zum 7. Oktober erreichen.

Der 7. Oktober, ein Freitag, ist der offizielle Verkaufsstart für das neue Modell, dass das iPhone 13 mini ablöst und erstmals als Nicht-Pro-Modell mit einem 6,7 Zoll großen Bildschirm ausgeliefert wird. Der Umbau bei der Hardware sorgt offenbar dafür, dass Apples Fertiger für dieses Modell mehr Zeit benötigen. Die anderen drei neuen iPhones des Jahrgangs 2022, iPhone 14, 14 Pro und 14 Pro Max, sind hingegen bereits im Handel erhältlich. Mit dem iPhone 14 Plus möchte Apple mögliche Absatzprobleme mit dem mini-Vorgänger umschiffen – letzterer soll sich schlecht verkauft haben.(Apple selbst macht keine Angaben zur Geräteverteilung, nennt nur den Gesamtumsatz aller iPhones.)

Zumindest die aktuell vorliegenden Informationen sprechen dafür, dass das bislang nicht gelungen ist. Auch bekannte Apple-Analysten zeigen sich enttäuscht. So meint Ming-Chi Kuo vom taiwanischen Geldhaus TF International Securities, dass Apples Strategie der Produktsegmentierung für die iPhone-Standardmodelle in diesem Jahr offenbar gescheiert ist. Andere Modelle verkaufen sich offenbar deutlich besser, zumindest gemessen an den aktuellen Wartezeiten. Das gilt insbesondere für die Pro-Modelle.

Tatsächlich macht es Apple Käufern in diesem Jahr nicht ganz leicht. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Pro-Modellen und den Standardvarianten des iPhone 14. So kommen nur 14 Pro und 14 Pro Max mit dem aktuellen A16-SoC, nur sie haben die neue Dynamic Island statt dem bisherigen Selfie- und Face-ID-"Notch" und auch die Kameratechnik ist hier mit erstmals bis zu 48 Megapixel hoher Auflösung eine signifikant modernere. Apples Ziel ist dabei offenbar auch, den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden zu erhöhen, weil mehr und mehr von ihnen zu den Pro-Modellen gelockt werden.

Darunter leiden die Standardvarianten, die sich in diesem Jahr anfühlen wie ein "iPhone 13s", also nur eine minimal aufgebohrte neue Version. Da die Preise dennoch kein Schnäppchen sind – das iPhone 14 kostet ohne Mobilfunkvertrag minimal 1000 Euro, das iPhone 14 Plus minimal 1150 Euro – dürften sich immer mehr Kunden gleich für die Pro-Variante entscheiden oder das Upgrade ganz lassen, weil sie nicht das Gefühl haben, ausreichend vom Kauf zu profitieren. Welche Auswirkungen das hat, werden erst die nächsten Apple-Quartalszahlen zeigen. Zum iPhone 14 Plus liegen zudem noch keine Testberichte vor.

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(bsc)