iPhone 14: Was wir bislang wissen und warum ein Blick auf die Pro-Modelle lohnt

Die Gerüchte und Leaks zum iPhone 14 im Überblick: Welche Modelle ein Always-on-Display, einen besseren Chip und einen Notch-Ersatz bekommen könnten.

Lesezeit: 8 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 85 Beiträge
Wie wird das iPhone 14 aussehen?

(Bild: heise online/mki)

Stand:
Von
  • Malte Kirchner

Die Gerüchte verdichten sich: Das iPhone 14, das wahrscheinlich in der ersten September-Hälfte von Apple vorgestellt wird, könnte wohl einige Gesetzmäßigkeiten bei Apples Smartphones aufheben. Apple plant offenbar, die Pro-Modelle deutlicher von den Standard-iPhones abzuheben. Dies wird sowohl beim Aussehen mit der Notch als auch bei den neuen Funktionen des iPhones eine Rolle spielen. Erstmals könnte es ein Always-on-Display geben – aber nicht bei allen Modellen der Linie. Dafür soll es bei den Nicht-Pro-Modellen einen Größenwechsel geben, der preisbewusste Käufer freuen dürfte.

Widersprüchliche Aussagen gibt es hingegen dazu, ob Apple das iPhone 14 in ausreichenden Stückzahlen zum Verkaufsstart herstellen kann. Die globale Lieferkettenkrise hat auch den Konzern aus Kalifornien erfasst. Gleichzeitig ist aufgrund der Weltlage auch schwer zu prognostizieren, wie genau die Nachfrage nach dem neuen Smartphone sein wird.

Hier ein Überblick darüber, was bislang über das iPhone 14 schon zu hören ist:

Mit dem neuen Sperrbildschirm in iOS 16 bekommen die iPhones ein neues Gesicht. Vor allem für das 14er-Modell wird das ein Aushängeschild sein. Schon anhand der Verpackung des iPhones wird das Modell des Jahres 2022 leicht zu erkennen sein, obwohl Apple an wesentlichen Designeigenschaften wie dem Gehäuse und den Kanten wohl wenig ändern wird.

Das neue Aussehen des Sperrbildschirms wird Besitzer der iPhone 14-Pro-Modelle den Gerüchten zufolge permanent begleiten: Erstmals soll dazu ein Always-on-Display eingebaut werden, dessen Funktionsweise von der Apple Watch bekannt ist. Dort wird bei nicht aktiver Nutzung der Energieverbrauch durch Herunterschalten der Bildfrequenz im Rahmen gehalten. Dafür ist der schwarze Bildschirm dann Geschichte. Die Standard-Modelle sollen dieses Update nicht erhalten.

Apple plant zudem angeblich, bei den Pro-Modellen die größere Bildschirmaussparung namens Notch durch zwei kleinere Display-Unterbrechungen zu ersetzen. In dieser "Pille" und dem "Loch" sollen die Kamera für die Vorderseite sowie die Sensoren für die Face ID-Gesichtserkennung Platz finden. Durch die Veränderung gewinnt der Bildschirm etwas an Höhe und es steht mehr Platz für Informationen in der Statusleiste zur Verfügung – so wie Nutzer dies aus der Zeit vor Face ID kennen. Ein geleaktes Foto von der Frontscheibe zeigt, dass sich das Seitenverhältnis des Bildschirms dadurch leicht verändert: von 19,5:9 auf 20:9.

Bei den günstigeren Standard-Modellen steht offenbar eine buchstäblich größere Änderung ins Haus: Apple will das Mini-Modell mit seiner Display-Diagonale von 5,4 Zoll (ca. 14 cm) angeblich wieder abschaffen. In verschiedenen Markt-Analysen war zu lesen, dass sich das Mini nicht so gut verkauft habe. An seine Stelle tritt ein 6,7 Zoll (ca. 17 cm) großes iPhone 14 Max. Nutzer, die sich einen großen Bildschirm wünschen, aber nicht unbedingt die Pro-Funktionen benötigen, bekämen so eine günstigere Alternative. Dieses iPhone 14 Max will Apple angeblich für weniger als 900 US-Dollar verkaufen.

Metallguss-Stücke, von denen in China ein Foto geleakt wurde, scheinen zu bestätigen, dass Apples 14er-Serie dann künftig nur noch aus zwei Größen (6,1 und 6,7 Zoll Display-Diagonale) mit verschiedenen Ausstattungen bestehen wird. Bei den Pro-Modellen sollen die Kameras noch etwas mehr aus dem Gehäuse herausragen.

Das iPhone 14 Pro soll angeblich eine Weitwinkelkamera mit 48 Megapixel Auflösung erhalten.

(Bild: TheRegisti / Unsplash)

Mit dem größeren "Camera Bump" droht offenbar, dass ältere iPhone-Hüllen kaum noch oder gar nicht passen. Dies legt zumindest ein Video von Mac Otakara nahe, wo zu sehen ist, wie Dummys des künftigen iPhones mit bisherigen Hüllen versehen werden. Je nachdem, wie eng diese geschnitten sind, könnte es zu Problemen im Bereich der Kamera kommen – dem Video nach primär bei den 6,1-Zoll-Geräten.

Um den Unterschied zwischen Standard- und Pro-Modellen stärker herauszuarbeiten, plant Apple neben dem Notch-Ersatz und dem Always-on-Display angeblich auch, die Pro-Modelle funktionell stärker abzugrenzen.

Das iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max sollen eine 48-Megapixel-Weitwinkel-Kamera bekommen. Bisher lösten die iPhone-Kameras mit 12 Megapixel auf. Die Pro-Modelle könnten auch erstmals in die Lage versetzt werden, Videos in 8K-Auflösung aufzunehmen.

Zudem will Apple angeblich damit brechen, alle Modelle einer neuen Serie mit dem neuesten Chip auszustatten. Der A16 soll folglich dem iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max vorbehalten bleiben. Das iPhone 14 und das iPhone 14 Max sollen den Vorjahres-Chip vom iPhone 13 – den A15 – bekommen. Zu dieser Entscheidung habe auch die globale Chipknappheit beigetragen.

Alle vier neuen iPhones sollen angeblich eine bessere Frontkamera bekommen, erwartet zumindest der Analyst Ming-Chi Kuo. Mit einer niedrigen Blende von f/1.9 und einem hardwaregesteuerten Autofokus statt des bisherigen festen Fokus bekämen Nutzer des iPhone 14 eine spürbar bessere Selfiekamera.

Bereits mit Blick auf das iPhone 13 war über eine Abkehr Apples vom Lightning-Anschluss spekuliert worden. Stattdessen sollten künftige iPhones angeblich nur noch kabellos per MagSafe geladen werden. Apple hätte damit den USB-C-Anschluss übersprungen, der sich in der Smartphone-Branche und auch bei mehreren iPads durchgesetzt hat. Für das iPhone 14 ist nach Analystenmeinung auf alle Fälle noch nicht mit USB-C zu rechnen. Ming-Chi Kuo erwartet die Einführung für 2023.

Ungemach droht Apple wahrscheinlich ohnehin, wenn künftige iPhones nicht mit USB-C ausgeliefert werden. Die Europäische Union arbeitet gerade an einer Vorschrift, um USB-C durchzusetzen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten auch kabellose Lademöglichkeiten einem gemeinsamen Standard folgen.

Ein Vorjahresgerücht, das mit Blick auf das iPhone 14 erneut die Runde macht, sagt eine Notruf-Funktion per Satellit voraus. In Gegenden ohne Mobilfunkversorgung soll das iPhone mit Satelliten in einem niedrigen Erdorbit Kontakt aufnehmen können, um Rettungskräfte zu alarmieren. Die Funktion wird angeblich zeitnah auch auf der Apple Watch eingeführt, heißt es bei Bloomberg.

Ausdruck jeder Modellreihe ist bei Apple traditionell auch eine bestimmte Farbe. Beim iPhone 14 wird dies angeblich Lila sein, schreibt das Blog AppleTrack unter Bezugnahme auf einen Post im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo. iPhone 14 und iPhone 14 Max werden demzufolge in Schwarz, Weiß, Blau, Rot und Lila verkauft. Für iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max sind Graphit, Gold, Silber und Lila als Farboptionen vorgesehen.

Gewissheit über das iPhone 14 wird es erst mit der offiziellen Ankündigung geben, die für September erwartet wird. Spannend ist, ob und in welchem Umfang Apple das nächste iPhone angesichts der massiven Unterbrechungen in den Lieferketten und der Lockdowns in China schon kurz danach ausliefern kann.

Nach aktuellem Stand soll Apple an seinem üblichen Zeitplan festhalten. Dadurch käme ein Vorstellungstermin in der ersten Septemberhälfte, also am 6. oder 13. September, infrage. Da am 5. September in den USA Labor Day gefeiert wird, gilt der 13. September als wahrscheinlicher Termin.

Doch kann Apple auch zeitnah und in ausreichenden Stückzahlen ausliefern? Und wie steht es um die Nachfrage? Hierzu gibt es widersprüchliche Gerüchte. Zuletzt gab es positive Signale, dass die ersten Komponenten für den Bau der iPhones schon eingetroffen sind. Allerdings suche Apple noch Personal für die Fertigung. Aussagen, dass die Komponentenbestellungen von Auftragsfertiger TSMC um 10 Prozent reduziert wurden, widerspricht der Analyst Ming-Chi Kuo.

Kuo erwartet in China eine höhere Nachfrage nach den neuen iPhones als in den Vorjahren. Dies lasse der Graumarkt bereits erkennen. Gleichzeitig ist aber zu lesen, dass Apple angeblich für dieses Jahr nicht mit einem großen Wachstum rechnet. Der Wegfall von Russland als Markt könnte hierzu beitragen, doch Apple ist auch dafür bekannt, bei Prognosen sehr konservativ vorzugehen, um am Ende dann doch deutlich besser abzuschneiden.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(mki)