iPhone-Fertigung: Zu wenig Arbeiter – und Angst vor Omikron

In China versucht Apples wichtigster Fertiger Foxconn, über das chinesische Neujahr ausreichend Mitarbeiter zu gewinnen. Dabei sollen hohe Boni helfen.

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Tim Cook bei Foxconn in China.

Tim Cook bei Foxconn in China.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple könnte bei der Fertigung seiner Hardware in China in den kommenden Wochen Schwierigkeiten bekommen. Grund ist die Ausbreitung der Corona-Variante Omikron sowie das chinesische Neujahr, bei dem viele Arbeitsmigranten zu ihren Familien zurückkehren und sowieso mit Produktionsausfällen zu rechnen ist. Foxconn, nach wie vor der größte Fertiger für Apple, will daher mit hohen Bonuszahlungen für frisch rekrutierte Mitarbeiter gegensteuern, heißt es in einem Zeitungsbericht.

Das chinesische Neujahr wird 2022 vom 31. Januar bis 6. Februar ausgerichtet. Die damit in Verbindung stehende gigantische Reisewelle beginnt aber schon früher. Sie ist Jahr für Jahr die wichtigste Urlaubszeit im Land. Verkompliziert wird die Situation für Apple in diesem Jahr von lokalen Ausbrüchen von COVID-19, die China bekanntermaßen radikal mit harten Lockdowns bekämpft. Örtlich begrenzte Omikron-Fälle sind auch in Zhengzhou ausgebrochen, berichtet die in Hongkong erscheinende South China Morning Post. Dort steht die größte iPhone-Fabrik der Welt.

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Das führe zu Einreisebeschränkungen in die Stadt mit harten Quarantäneregeln. Um dennoch während des chinesischen Neujahrs genügend Arbeiter zu finden, habe die Foxconn Technology Group mit ihrer Tochter innovative Product Enclosure Business Group (iPEBG) ihre Bonuszahlungen kräftig erhöht. Angestellte, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, werden mit einer Zahlung von 9500 Yuan (1325 Euro) angelockt – mehr als sie in einem Monat verdienen (6865 Yuan = 950 Euro). Ähnlich hohe Zahlungen hatte Foxconn bereits im Sommer zum Beginn der Produktion des iPhone 13 angeboten – allerdings war damals die Corona-Lage vergleichsweise entspannt.

Parallel zu den Boni für Rückkehrer gibt es auch "Kopfgelder" für Neuanwerber sowie Personen, die noch nie bei Foxconn gearbeitet haben. Wer über eine Referenz in der iPhone-Fabrik landet, bekommt 1185 Euro (8500 Yuan), der Werber immerhin 140 Euro (1000 Yuan). Wer sich selbst bewirbt und genommen wird, darf mit 1255 Euro (9000 Yuan) extra rechnen.

Ob die Zahlungen, die für den Fertiger eine signifikante Ausgabe darstellen, wirklich helfen, bleibt unklar. In Zhengzhou allein sind 300.000 Menschen beschäftigt, wie viele davon potenzielle Rückkehrer sind, ist unklar. Apple selbst kann das iPhone in seiner aktuellen Generation derzeit noch gut liefern – schwieriger sind aber andere populäre Geräte zu bekommen wie etwa das MacBook Pro M1 Max. (bsc)