iPhone-Leistungsdrossel: Apple muss in Italien 10 Millionen Euro zahlen

Dem Konzern ist es nicht gelungen, eine Strafzahlung vor einem Gericht in der Region Latium abzuwehren.

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Ein älteres iPhone-Modell.

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Eine im Jahr 2018 ergangene Millionen-Strafzahlung gegen Apple in Italien muss von dem Konzern offenbar gezahlt werden. Ein Berufungsverfahren vor dem regionalen Verwaltungsgericht der Region Latium scheiterte nun, geht aus Gerichtsdokumenten hervor.

Apple Inc., Apple Distribution International, Apple Italia S.r.l. sowie Apple Retail Italia S.r.l. hatten versucht, eine insgesamt 10 Millionen Euro teure Strafgebühr der italienischen Wettbewerbsbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) rückgängig machen zu lassen. In dem Fall geht es um eine in iOS 10.2.1 integrierte Leistungsdrossel für das iPhone, mit der Apple verhindern wollte, dass sich Geräte bei angeschlagenem Akku unerwünschterweise abschalteten.

Apple wurde deshalb in mehreren Weltregionen von Verbraucherschützern und Wettbewerbshütern belangt. In den USA läuft zudem eine 500 Millionen US-Dollar schwere Sammelklage. In Italien muss Apple schon seit Frühjahr 2012 auf seiner Website prominent vor der Einschränkung der Systemgeschwindigkeit der Geräte waren – mit iOS 11.3 wurde zudem möglich, die Drosselung abzudrehen und den Akkuzustand einzusehen.

Laut dem Gericht im Latium hat die AGCM korrekt entschieden, die Strafzahlung zu verlangen. Apple habe den Kunden "unzureichende Informationen zu den bis Dezember 2017 verbauten Batterien der iPhones" erteilt. Neben der Strafzahlung muss Apple auch Gerichtskosten in Höhe von 7000 Euro zahlen. Auch das grundsätzliche Vorgehen der AGCM gegen Apple ist dem Beschluss zufolge nicht zu beanstanden.

Apple habe Kunden 2017 nicht richtig davor gewarnt, dass ihr iPhone nach einem Software-Update (iOS 10.2.1) möglicherweise langsamer wird, um ein plötzliches Abschalten zu verhindern, hatten zuvor Wettbewerbshüter aus Großbritannien den Fall beschrieben – eines der vielen Länder, in denen Apple wegen der Angelegenheit Ärger bekam. iPhone-Besitzer hätten deshalb möglicherweise ihr Gerät reparieren lassen oder ein neues gekauft. Erst Benchmark-Tester hatten festgestellt, dass iOS 10.2.1 eine Leistungsbremse mitbrachte. Apple räumte das Vorgehen seines Software-Updates daraufhin ein. (bsc)