iPhone-URL-Leiste unten: Samsung lässt sich von Apple inspirieren

Eine neue Version des Handy-Browsers der Südkoreaner verändert die Position der Adresseingabe. Offenbar war Safari der Ideengeber.

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So macht das Apple mit seiner neuen URL-Leiste.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apples hauseigener Webbrowser Safari überrascht in seiner neuen Version in iOS 15 mit einer umstrittenen Neuerung: Die URL-Leiste zur Eingabe von Internetadressen wanderte vom oberen Bildschirmrand, wo man sie gewohnt ist, an den unteren. Die Funktion, die dabei helfen soll, Daumeneingaben zu erleichtern, ist standardmäßig aktiv, kann aber immerhin abgeschaltet werden. Allerdings ist damit zu rechnen, dass sie demnächst auch auf Android-Geräte kommt: Samsung hat sich offenbar von Apple inspirieren lassen.

Wie Nutzer der jüngsten Betaversion des Samsung-Browsers ("Samsung Internet") berichten, steht das neue Layout nun als alternative Eingabeform in den Einstellungen bereit. The Verge-Redakteur Dan Seifert fragt dementsprechend auf Twitter sarkastisch, er wüsste gerne, warum das südkoreanische Unternehmen sich dazu entschieden habe, diese Option seinem Browser hinzuzufügen. "Ich kann da nicht mal raten", schrieb er grinsend.

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Zusammen mit der URL-Leiste wandern in der Samsung-Browser-Beta auch die Bedienknöpfe nach unten. Auch dies hatte Apple so vorgemacht. Ob Samsung plant, die Adressleiste künftig standardmäßig an den unteren Bildschirmrand zu verlagern oder dies stets nur eine Option bleibt, ist unklar.

Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass die Idee, die URL-Leiste ans Ende des Bildschirms zu verlagern, keine echte Erfindung von Apple ist. So gab es entsprechende Experimente schon vor vielen Jahren bei Windows Phone von Microsoft und der Firefox-Variante für Android. Google brachte eine solche Möglichkeit vor fünf Jahren in seinen Browser Chrome auf Android-Geräte, das Feature kam aber so schlecht an, dass es sang- und klanglos wieder abgedreht wurde.

Apple selbst hatte in der Betaphase von iOS 15 und macOS 12 mehrfach mit solchen Optionen gespielt. Kritik an der umgebauten URL-Eingabe wurde durch die Option begegnet, dies abschalten zu können. Zugleich sorgt das neue Design nämlich auch für Probleme bei der Nutzung mancher Webseiten, weil die schwebende Leiste Inhalte verdecken könnte. Wichtige Funktionen zum Neuladen oder Teilen sind dann nur noch über versteckte Gesten und mehrfaches Antippen zugänglich.

Unter macOS änderte Apple wiederum das ebenfalls umstrittene neue Tab-Design, bei dem man plötzlich nicht mehr erkennen konnte, welches Tab gerade offen ist. Auch andere Layout-Änderungen wurden wieder rückgängig gemacht. Entsprechend erstaunt waren viele Beobachter, dass die URL-Leiste am unteren Bildschirmrand in der Finalversion von iOS 15 erhalten blieb. (bsc)