iPhone-Verkaufsverbot: Apple wehrt sich gegen brasilianische Regierung

Der Konzern soll in Brasilien keine Smartphones mehr ohne Netzteile verkaufen dürfen. Dagegen werde man sich wehren, denn das sei umweltschädlich, erklärt Apple

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Flagge Brasiliens mit Fallschirmspringer.

(Bild: Ministério Das Comunicações / Wikipedia / cc-by-2.0)

Von
  • Ben Schwan

Apple wird ein Verkaufsverbot von iPhones in Brasilien nicht akzeptieren. Das Unternehmen reagierte damit am Dienstagabend auf eine Anordnung seitens des Justizministeriums des südamerikanischen Landes, Smartphones des Konzerns nur auf den Markt zu lassen, wenn diese mit einem Netzteil ausgeliefert werden. Ein entsprechender Konflikt schwelt bereits seit letztem Jahr, nachdem die Verbraucherschutzbehörde Brasiliens Apples Weglassen der Stromversorgung als versteckte Preiserhöhung gewertet hatte.

In einem Statement, das der Finanznachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, teilte Apple mit, es handele sich beim Weglassen der Netzteile um eine Maßnahme zum Schutz der Umwelt. "Bei Apple berücksichtigen wir stets die Auswirkungen, die unser Tun auf die Menschen und den Planeten haben." Die Netzteile hätten zuvor Apples "größten Einsatz von Zink und Kunststoff repräsentiert". Durch das Weglassen aus der iPhone-Verpackung spare man "über zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid", das entspreche pro Jahr dem Klimagasausstoß von 500.000 Autos.

Seit der Einführung des iPhone 12 vor zwei Jahren gehört ein USB-Netzteil nicht länger zum Lieferumfang von Apple-Handys. Auch bei älteren Modellreihen, die der Hersteller weiterhin als Neuware verkauft, verschwand das Zubehör gleichzeitig aus der Verpackung. Ein USB-C-auf-Lightning-Ladekabel liegt allerdings weiterhin bei. Wer kein Netzteil besitzt, muss sich ein solches kaufen. Für die 20-Watt-Version möchte Apple aktuell 25 Euro haben.

Das brasilianische Justizministerium betrachtet die Streichung des iPhone-Netzteils daher als eine unangemessene Benachteiligung der Kunden: Laut einem Reuters-Bericht wird deshalb nun der Verkauf gestoppt. Gleichzeitig soll Apple zudem noch rund 2,4 Millionen Euro an Strafgeldern zahlen. Für den Konzern kommt die Entscheidung zur Unzeit: Am heutigen Mittwoch steht die Einführung des iPhone 14 an. Brasilien ist zwar für Apple kein Markt von zentraler Bedeutung, aber durchaus nicht klein, zumal der Apple-Fertiger Foxconn dort sogar eigene iPhone-Fabriken betreibt.

Apple will nun alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, gegen das Verkaufsverbot in Brasilien vorzugehen. Man spreche nun mit der Verbraucherschutzbehörde SENACON, "um ihre Bedenken auszuräumen und gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben". Es habe schon zuvor positive Entscheidungen für Apple in diesem Verfahren seitens brasilianischer Gerichte gegeben. Kunden seien zudem "sicherlich darüber informiert", dass sie vorhandene USB-Ladegeräte weiter verwenden könnten.

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(bsc)