iPhone als digitaler Ausweis: Apple muss US-Einführung aufschieben

Apples Ausweisfunktion für iPhones und Watches liegt nicht mehr im Zeitplan. Zuletzt waren die Verträge des Konzerns mit US-Bundesstaaten in die Kritik geraten.

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(Bild: Apple)

Von
  • Leo Becker

Der digitale iPhone-Ausweis startet später als angekündigt: Apple plant nun, die Ausweisfunktion erst Anfang 2022 umzusetzen, statt die Einführung, wie ursprünglich angedacht, noch bis Jahresende 2021 über die Bühne zu bringen. Einen Grund für den plötzlichen Aufschub teilte das Unternehmen bislang nicht mit. Entsprechend bleibt offen, ob etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten bei der Abstimmung mit den teilnehmenden Bundesstaaten zu der Verzögerung führten.

Die Integration von Führerscheinen und Ausweisen in die auf iPhones und Apple Watches vorinstallierte App "Wallet" ist ein weiteres Element in Apples Plänen, den klassischen Geldbeutel und physische Schlüssel auf längere Sicht überflüssig zu machen. Bezahlkarten, Eintrittskarten und Boarding-Pässe lassen sich in Wallet bereits hinterlegen, ebenso wie erste digitale Autoschlüssel – Haus-, Büro- und Hotelschlüssel sollen bald folgen.

Für die Ausweisfunktion von iOS 15 hatte Apple schon vor dem Aufschub nur einen vergleichsweise kleinen Start vorgesehen: Nur wenige US-Bundesstaaten wollen die Funktion zu Beginn unterstützen, zudem lässt sich der digitale Ausweis anfangs nur bei der Kontrolle durch die Transportation Security Administration (TSA) an US-Flughäfen einsetzen – und zwar nur an bestimmten. Eine konkrete Liste mit Flughäfen wurde bislang nicht veröffentlicht.

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In der Zukunft hofft Apple, die digitale Ausweisfunktion im gesamten Gebiet der USA anzubieten, sowie die Verwendung der Ausweise etwa bei Alterskontrollen im Einzelhandel oder bei Veranstaltungen zu verwenden. Ob das dann ebenfalls noch 2022 umgesetzt werden kann, bleibt unklar. Zu einer Einführung der iPhone-Ausweise in anderen Regionen wie etwa Europa gab es bislang keine Angabe.

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Der digitale iPhone-Ausweis löste bei manchen US-Nutzern Bedenken aus: Polizisten könnten bei einer Kontrolle versuchen, Einblick in das Smartphone zu nehmen, so die Sorge. Apple betonte, das iPhone müsse weder entsperrt, noch aus der Hand gegeben werden. Stattdessen muss man es an ein spezielles Lesegerät halten, um darauf zu sehen, welche Daten abgefragt werden sollen. Die Übermittlung lässt sich dann biometrisch freigeben. Apple setzt dafür auf den Standard ISO 18013-5 (mDL, Mobile Driver’s License – mobiler Führerschein), den auch Google ab Android 11 unterstützt.

Kritik gab es jüngst auch an den Verträgen zwischen Apple und den teilnehmenden US-Bundesstaaten. Der Konzern diktiere den Regierungen die Spielregeln und verpflichte sie, die nötigen Ressourcen bereitzustellen – das geschehe auf Kosten des Steuerzahlers.

(lbe)