iPhone ohne Netzteil: Apple befragt Nutzer

Der Konzern will von Kunden erfahren, ob sie die bislang bei den Smartphones mitgelieferte Stromversorgung überhaupt nutzen.

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(Bild: Apple)

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Die Gerüchte, dass Apple beim kommenden "iPhone 12" seine Smartphones erstmals komplett ohne Netzteil ausliefern wird, werden nicht weniger. Bekannte Analysten hatten behauptet, dass sich der Konzern im Herbst zu dieser Sparmaßnahme entschließen werde.

Nun hat Apple auch noch eine Umfrage unter ausgewählten Usern gestartet, in der – neben anderen Fragen zur Geräteverwendung – auch genau dieses Thema angesprochen wird. Im Rahmen einer Befragung, die unter anderem in Brasilien bei iPhone-Käufern aufschlug, wird explizit nachgeforscht, was der Kunde nach dem Erwerb seines Apple-Handys mit der Stromversorgung gemacht hat.

Zu den möglichen Antworten gehört, dass das Netzteil – Apple liefert traditionell einen USB-Brick samt Lightning-nach-USB-A/C-Kabel mit – noch verwendet wird (zuhause oder unterwegs), dass es zuhause noch vorhanden ist, aber nicht eingesetzt wird, dass es zusammen mit dem iPhone verkauft oder eingetauscht wurde, dass es an Freunde oder Familienmitglieder weitergegeben wurde oder dass es verloren gegangen ist. User, die die Befragung per E-Mail erhielten, hatten zuvor ein iPhone XR oder ein iPhone 7 Plus erworben.

Sinn und Zweck der Umfrage könnte für Apple sein, zu erfahren, wie oft die mit dem iPhone verwendeten Netzteile tatsächlich zum täglichen Einsatz kommen. In der Tat liegen die Stromversorgungen bei Nutzern, die mehrere Apple-Smartphones besitzen, oftmals nur noch rum, werden verschenkt oder in eine Reisetasche gepackt, um sie nicht zu vergessen. Allerdings gibt es auch eine große Anzahl von iPhone-Erstkäufern, die das Netzteil gerne hätten – entsprechend umstritten wäre die Entscheidung, es grundsätzlich wegzulassen.

Zuletzt hatten sowohl Analysten des Bankhauses Barclays als auch der der renommierte Apple-Beobachter Ming-Chi Kuo mitgeteilt, dass Apple beim "iPhone 12" das Netzteil streicht. Stattdessen soll nur noch ein Lightning-nach-USB-Kabel in der Verpackung liegen. Weiterhin spart sich Apple angeblich auch die kabelgebundenen EarPods-Ohrhörer. All das könnte die iPhone-Marge erneut erhöhen. So kostet der günstige 5-Watt-Power-Adapter bei Apple direkt 25 Euro, die leistungsstärkere USB-C-Variante mit 18 Watt 35 Euro. Die EarPods lässt sich Apple wiederum mit 30 Euro bezahlen. Entsprechend würde Apple – gerechnet vom Endkundenpreis inklusive Steuer – gut 55 Euro beim "iPhone 12" einsparen beziehungsweise entsprechende Ersatzkäufe provozieren. Ein mögliches Argument für die Lieferumfangsreduzierung wäre Nachhaltigkeit: Wenn sich in Umfragen wie der besagten zeigt, dass das Netzteil nur in der Schublade landet, wäre es ja "Verschwendung". (bsc)