iPhones aus Indien: Apple baut massiv bei Foxconn aus

Die Foxconn-Belegschaft soll sich in der Hauptfabrik in Indien, die für Apple iPhones baut, in 2 Jahren vervierfachen, um die China-Abhängigkeit zu reduzieren.

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Tim Cook/Modi

Apple-Chef Tim Cook (links) besucht den indischen Premierminister Narendra Modi.

(Bild: dpa, Government Of India/Handout)

Von
  • Ben Schwan

Apple steht offenbar vor massiven Investitionen in seine iPhone-Fertigungskapazität außerhalb Chinas. Der US-Konzern plant laut einem Medienbericht die Vervierfachung der indischen Belegschaft bei seinem wichtigsten Produzenten Foxconn in nur zwei Jahren. Damit will Apple die schweren Störfaktoren bei der Produktion, die noch immer regelmäßig in China auftreten, umgehen.

Zuletzt hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass die größte iPhone-Fabrik der Welt in Zhengzhou aufgrund eines neuerlichen Corona-Lockdowns nicht normal produzieren kann. Das führt zu Lieferverzögerungen bei den populären iPhone-14-Pro- und iPhone-14-Pro-Max-Modellen mitten im Weihnachtsgeschäft, dem wichtigsten Verkaufsquartals des iPhone-Herstellers.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, bestätigten indische Regierungsbeamte, die ungenannt blieben, Apples Pläne. Aktuell betreibt Foxconn ein großes Werk im Süden Indiens. Dieses soll auf 70.000 Mitarbeiter ausgebaut werden – das wären 53.000 Angestellte mehr. Zum Vergleich: In Zhengzhou sollen aktuell zwischen 100.000 und 300.000 Menschen arbeiten – besonders viele für das Weihnachtsgeschäft.

Der Aufbau einer derart hohen Fertigungskapazität in Indien ist für Apple und seinen Partner Foxconn ein Kraftakt. So müssen nicht nur ausreichend Mitarbeiter gefunden und ausgebildet, sondern auch die Lieferkette repliziert werden.

Während in China die Komponentenhersteller vergleichsweise nah an den Fertigungswerken sitzen, fehlt es an dieser Infrastruktur in Indien noch. So werden die Bauteile aus anderen Ländern importiert und dann in den indischen Werken zusammengesetzt. Apple dürfte aber auch versuchen, seine Komponentenlieferanten dazu zu bewegen, indische Niederlassungen zu gründen. Wie erfolgreich das ist, bleibt abzuwarten. Schon jetzt werden auch moderne iPhones wie das 14 in Indien produziert. Lange Zeit waren in den dortigen Werken nur ältere Modelle vom Band gelaufen, um den lokalen Markt zu versorgen.

Die Mengen, die Apple an iPhones jedes Jahr produzieren lässt, sind gigantisch. So werden allein in diesem vierten Quartal rund 90 Millionen Einheiten hergestellt. Das allein erfordert schon eine logistische Meisterleistung. Das läuft nicht immer rund. So gab es bereits in indischen Werken Apples Arbeitnehmerproteste wegen der Lebensmittelversorgung, Partnerfirmen auf dem Subkontinent litten unter der Corona-Krise und es gab Berichte über Probleme bei der Geheimhaltung zu neuen Modellen.

Doch Apple nimmt das alles hin, weil der Konzern dringend größere Kapazitäten außerhalb Chinas benötigt. Die dortige Corona-Politik erweist sich für Apple als unvorhersehbar. Noch immer kommt es aufgrund der Zero-COVID-Politik der Kommunistische Partei zu Lockdowns ganzer Städte; zuletzt sollen Arbeiter aus der Fabrik in Zhengzhou regelrecht geflüchtet sein – zu Fuß, weil der gesamte Nah- und Fernverkehr eingestellt ist. Foxconn reagierte mit einer massiven Erhöhung der Bonuszahlungen für die Angestellten.

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(bsc)