macOS Big Sur: Kritik an Apples Redesign

Der Look des neuen Mac-Betriebssystem ändert sich an vielen Stellen deutlich. In Foren und unter Designern hat die neue Gestaltung nicht nur Freunde.

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Eine Mischung aus macOS, iOS und iPadOS tischt Apple auf.

(Bild: Apple)

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Die größte Überraschung aus Apples WWDC-Keynote in der vergangenen Woche war wohl die komplett neue Gestaltung von macOS 11 alias Big Sur. Vorab waren so gut wie keine Details zu dem Redesign durchgedrungen, das, laut Angaben von Apple, die bisher größte Veränderung seit Einführung von Mac OS X im Jahr 2001 darstellt.

Das neue Mac-Betriebssystem orientiert sich optisch deutlich mehr an iOS beziehungsweise iPadOS als zuvor. Es ist eine Mischung aus dessen "flachen" Look, den Apple mit iOS 7 noch unter Ex-Designchef Jony Ive und dem vom iPhone-Hersteller kurzzeitig so verhassten Skeuomorphismus, bei dem Icons, Fenster und andere Elemente realistischer aussehen. Laut Apple hat man bei Big Sur versucht, den "ikonischen macOS-Look" beizubehalten, gleichzeitig aber auch einen frischeren Look zu generieren.

So gibt es nun überall abgerundete Rechtecke, von jedem einzelnen Fenster bis hin zu den neuen Icons, die Elemente aus iOS übernehmen, aber signifikant mehr innere Schatten aufweisen, die sie wiederum skeuomorphistischer machen. Auch in der Natur sei ja alles abgerundet, kommentierte Apples Software-Chef Craig Federighi, der überhaupt meint, dass solche neuen Looks stets auf Kritik stoßen, weil sie eben neu und ungewohnt sind.

macOS 11 (9 Bilder)

Aha, aus macOS 10.15 wird macOS 11 - und heißt Big Sur! Das ist ein Küstenstreifen im US-Bundesstaat Kalifornien.

In Foren wie dem von Macrumors wurde die Kritik besonders laut. Dort hieß es kurz nach Vorstellung von Big Sur, besonders die neuen Icons seien "entsetzlich und schlecht designt". So gibt es an einigen Stellen nicht nachvollziehbare fehlende Zentrierungen, das neue Akku-Icon in den Systemeinstellungen wirkt auf Beobachter wie aus den Neunzigern und mit Alien Skins Bevel-Filter bearbeitet.

Jack Koloskus, seines Zeichens Chefdesigner der hippen Web-Magazine Input und The Outline kommentierte, Apple habe einen "Neumorphismus" geschaffen, der "flaches" Design mit einem neuen, dreidimensionalen Look verbinde, bei dem das Licht eine wichtige Rolle spielt. Entwickler wiederum verteilen untereinander bereits witzig gemeinte Tutorials, wie man den Big-Sur-Icon-Look imitiert. Bevel & Emboss, Contour und Drop Shadow reicht. (bsc)