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1&1 leitet DSL-Kunden aufs eigene Portal um

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Wenn Karlsruher Kunden des Providers 1&1 eine neue DSL-Verbindung aufbauen und danach den Browser starten, bekommen sie neuerdings stets das 1&1-Portal angezeigt. Man nutze hier eine Funktion, die die T-Com für Abnehmer von T-DSL-Resale-Anschlüssen neu anbietet, teilte 1&1 mit. Bei diesem "Portal-Guided Entrance" leitet das Login-Script der T-Com den jeweils ersten Request auf die Ports 80 sowie 443 nach einem DSL-Verbindungsaufbau auf Wunsch des Resellers zu einer Seite dessen Wahl um.

1&1 betont, dass der Kunde nicht über einen Zwangs-Proxyserver oder einen bestimmten DNS-Server geleitet wird. Man sehe die Umleitung in erster Linie als Service an den Kunden. "Im vertrauten 1&1-Look-&-Feel können sie hier in ihrem geschützten Bereich direkt auf persönliche Daten und Einstellungen zugreifen sowie aktuelle Informationen abrufen", erklärte Unternehmenssprecher Michael Frenzel. Das 1&1-Portal sei somit "die ideale Startseite für jede Internet-Session". Natürlich sei "die Motivation des Anbieters stets, einen aus dem initialen Portalbesuch entstehenden Mehrwert über weitere Nutzung des Portals zu generieren".

Zunächst teste 1&1 die Funktion bei den DSL-Zugängen im Raum Karlsruhe. Am 18. August soll die Region Koblenz/Montabaur folgen. Nach Auswertung der beiden Tests werde über eine weitere Umsetzung entschieden, teilte der Provider mit. Man habe am 12. August alle 1,34 Millionen DSL-Kunden über die Maßnahme informiert. In dieser E-Mail war allerdings nach einer Beschreibung der Vorzüge des 1&1-Portal im letzten Absatz lediglich zu lesen: "Als 1&1-Kunde erhalten Sie diese Informationen exklusiv als Startseite mit Link zu Ihrer individuellen Lieblingsseite." Es darf bezweifelt werden, dass viele Kunden diese Passage als HTTP-Umleitung des ersten Requests verstanden haben.

1&1 bietet im Kundenmenü immerhin die Möglichkeit, die neue Funktion umgehend wieder zu deaktivieren. Tut der Kunde das, wird seiner DSL-Kennung ein "D" vorangestellt ("D1und1/xxxxxxx@online.de"). Der Provider weist darauf hin, dass es "bei einigen älteren Router-Modellen oder DSL-Modems erforderlich sein kann, die neue Internetzugangs-Kennung danach manuell anzupassen". (hob)

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